Naturschutz

Mehr Blühflächen dank Paten

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Legt schon seit Jahren Blühflächen an: Landwirt Eckhard Koch.

Altkreis Münden. Landwirte haben im Altkreis drei Hektar mehr Blühflächen angelegt. Bürger aus der Region unterstützen sie dabei mit Patenschaften.

Hann. Münden/Dransfeld/Staufenberg –Die Sonne strahlt vom blauen Himmel – und Landwirt Eckhard Koch aus Hemeln strahlt auch. Mit seinem Trecker und der Sämaschine hat er gerade 9000 Quadratmeter Blühpflanzen am Rohbühl zwischen dem Dorfrand Volksmarshausen und der Bundesstraße 3 ausgesät – möglich gemacht haben das unter anderem Mündener Bürger, die eine Blühpatenschaft des Landvolks übernommen haben und die Aktion der Landwirte im Altkreis Münden unterstützen. „Ich lege schon seit Jahren in Hemeln Blühflächen für mehr Artenvielfalt an – in diesem Jahr auf 34.000 Quadratmeter – und finde es toll, dass die Bürger das mittragen und uns jetzt unterstützen“, sagt Koch.

Denn er verzichtet hier bewusst auf Ertrag und Einnahmen, eine spezielle Förderung für Blühpflanzen erhält er für die Fläche in Volkmarshausen nicht.

Wenn in den nächsten Tagen die Temperaturen steigen und die Bodenfeuchte ausreicht, werden die insgesamt über 20 Arten in der Mischung keimen. Der spezielle Mix namens „Honigbrache“, der von den Saatguthändlern extra auf eine möglichst lange und ununterbrochene, lückenlose Blühdauer zusammengestellt worden ist, soll dann für drei Jahre auf der Fläche wachsen – und damit nicht nur die Insekten, sondern auch die Volkmarshäuser erfreuen.

Denn neben Wilder Möhre, Kleinem Wiesenknopf und Wegwarte sowie sechs verschiedenen Kleearten sind auch optisch auffallende Arten wie Ringelblume, Margerite und Sonnenblume enthalten. Koch ist besonders vom Duft der Aussaatmischung begeistert – kein Wunder, denn auch Kümmel, Salbei und Dill sind darin enthalten.

Das Landvolk Göttingen ist zufrieden mit dem Verlauf der Aktion (HNA berichtete), die im gesamten Landkreis über 14 000 Euro Unterstützung von 113 Spendern sowie den Projektpartnern – aus der Region unter anderem die VR Bank in Südniedersachsen sowie der Stadt/Samtgemeinde Dransfeld - einbrachte. Für den Schulterschluss zwischen Landwirten und Naturschutz spricht zudem die mit 500 Euro größte Einzelspende eines Verbandes vom Naturschutzbund Nabu Untereichsfeld.

Auf der Webseite des Landvolks wird demnächst eine interaktive Karte zu sehen sein mit den angelegten Blühflächen in der Region, auch die Blühpaten werden dort ihre Namen finden, sofern sie nicht widersprochen haben (sonst Rückmeldung ans Landvolk). Die Idee ist, dass die Blühflächen dort das ganze Jahr über auch online besucht werden und die Spender so sehen können, wie und wo ihr Geld „blüht“.

70 000 Quadratmeter zusätzlich

Mit dem Geld sind 70 000 Quadratmeter zusätzliche Blühflächen im Landkreis angelegt worden. Die jeweiligen Landwirte haben dabei aber jeweils die Flächen noch deutlich aufgerundet und legen größere Flächen an. Aus dem Bereich Hann. Münden sind 1500 Euro Spenden von zwölf Spendern zusammengekommen, die für 7500 Quadratmeter reichen. Die drei beteiligten Landwirte in Hemeln, Volkmarshausen und Lippoldshausen legen aber 21900 Quadratmeter an. Ähnlich ist die Situation in Dransfeld (zusammen 600 Euro von drei Spendern für 2875 Quadratmeter – ein Landwirt legt dafür 4600 Quadratmeter in Dransfeld an) und Staufenberg (zusammen 750 Euro von zehn Spendern für 3750 Quadratmeter – ein Landwirt legt dafür 5300 Quadratmeter in Landwehrhagen an). Nach Angaben des Landvolks sind in allen Kommunen des Landkreises über das Projekt neue Blühflächen angelegt worden. 30 Landwirte sind kreisweit eingebunden.

landvolk-goe.de

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