Jubiläum

Für mehr Vereinbarkeit: Sozialverband feierte 100 Jahre Frauenwahlrecht

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Ein langer Weg: Frauen stehen 1919 Schlange vor einem Wahllokal. 

Vor 100 Jahren traten die ersten Frauen dem Sozialverband Deutschland bei. Der Ortsverband Laubach feierte das Jubiläum - mit spannenden Vorträgen. 

Den Beitritt der ersten Frauen in den Sozialverband Deutschland (SoVD) vor 100 Jahren nahm der Ortsverband Laubach zum Anlass, dies mit den Ortsverbänden Uschlag, Hedemünden und Hemeln zu feiern.

Mit den Worten „Der Sozialverband lebt“, begrüßte Rudolf Förster, Vorsitzender des Ortsverbandes Laubach, am Sonntag im Walter-Nehrling-Haus 150 Gäste zu einem gemeinsamen Frühstück. Es waren Mitglieder und Vorstände des Kreisverbandes und der Ortsverbände, Ortsbürgermeister aus den Ortsteilen, Nortrud Riemann, als stellvertretende Bürgermeisterin von Münden sowie Fred Kaduhr, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Staufenberg. Die Landesfrauensprecherin Roswitha Reiß aus Göttingen referierte über das Thema „100 Jahre Frauen im SoVD. Der Landtagsabgeordnete Gerd Hujahn sprach über das Frauenwahlrecht.

Sprachen zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht: Gerd Hujahn, Roswitha Reiß und Rudolf Förster haben die Feier anlässlich des Beitritts der ersten Frauen in den SoVD näher beleuchtet. 

An der ersten nationalen Wahl mit Frauen zur Nationalversammlung nahmen deutschlandweit 82 Prozent (17,7 Millionen) Frauen teil, 37 zogen in die Nationalversammlung ein (von insgesamt 423 Mitgliedern).

Die Sozialdemokratin und Gründerin der AWO Marie Juchaz war die erste weibliche Rednerin in der Nationalversammlung. Sie sagte: „Meine Herren und Damen, ich möchte hier feststellen, dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, war eine Selbstverständlichkeit, denn sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“ 

Nach Einführung des Wahlrechts habe es Informationsveranstaltungen gegeben, auch seien Frauen geschult worden. In Münden in den Schillerlichtspielen unter dem Motto „lernet wählen“. Zitat aus dem Mündener Tageblatt vom 5. Dezember 1918: „Es erschienen Hunderte von Besucherinnen aus allen Kreisen der Bevölkerung, von denen viele wegen der Überfüllung wieder umkehren mussten.“ Die Veranstaltung wurde daraufhin eine Woche später wiederholt.

Frauen konnten sich nur schwer durchsetzen

Hemelns ehemaliger Pastor Hans-Ulrich Leonhardt stellte fest, dass Kirche und Sozialverband nahe beieinander liegen. Außerdem berichtete er einiges über den Werdegang des heutigen SoVD.

Roswitha Reiß erinnerte an das Jahr 1919, in dem die Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen und in die Politik einmischen konnten. Doch für die Frauen sei es nicht leicht gewesen sich durchzusetzen, aber so sei Bewegung in die Gleichberechtigung gekommen. „Doch auch 100 Jahre danach ist die politische Mitbestimmung unter den Geschlechtern immer noch ungleich verteilt“, betonte sie.

Im niedersächsischen Landtag liegt der Frauenanteil bei 27,7 Prozent und im Bundestag bei 29,3 Prozent. Auch heute sind Frauen von der tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter weit entfernt. „Darum kämpfen wir SoVD-Frauen weiter, zum Beispiel für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege“.

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