„Mein Herz schmerzt so sehr“

Hann. Münden: Inhaberin von Schuh Rösel über das Feuer, das ihr Geschäft zerstörte

Die Brandruine in der Rosenstraße: Auch gestern gingen die Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät weiter.
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Die Brandruine in der Rosenstraße: Auch gestern gingen die Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät weiter.

Der Großbrand hat ein großes Loch in die Fachwerkkulisse von Hann. Münden gerissen. Viele Menschen sind noch immer geschockt.

Hann. Münden – Das trifft insbesondere auf Elvira Münchberg zu, die bei dem Feuer ihr Geschäft in der Rosenstraße verloren hat. Wir haben mit der Inhaberin von Schuhhaus Rösel gesprochen.

Frau Münchberg, der Brand ist nun einige Tage her. Wissen Sie schon, wie es weitergeht?

Ich habe bisher noch kein Ergebnis von der Versicherung. Die Gespräche laufen noch. Die gesamte Situation ist schwierig. Telefonate und Schriftverkehr stehen an. Der Räumungsverkauf läuft weiter im Rosenhof. Die Räumlichkeiten dort sind zum Jahresende gekündigt. Wir hoffen, dass wir anschließend noch einige Zeit lang den Verkauf fortführen können.

Wie haben die Mündener nach dem Brand reagiert?

Sehr viele Mündener Kunden haben meinen Mitarbeitern und mir ihr Mitgefühl ausgesprochen und sich für unser modisches Angebot (Großstadtflair) bedankt.

Was bedeutet Ihnen ihr Geschäft?

Das Geschäft ist mein Leben. Ich habe von Kindesbeinen an mitgearbeitet und meinen Eltern geholfen. Ich bin seit über 50 Jahren in der Firma tätig. Mein Herz hängt an dem Geschäft.

Wie fühlen Sie sich jetzt?

Mein Herz schmerzt so sehr. Ich bin immer noch schockiert, über das, was passiert ist. Die Auswirkungen realisiere ich erst jetzt richtig. Es ist furchtbar. Dennoch bin ich froh, dass niemand verletzt wurde.

Was gibt Ihnen Kraft in der derzeitigen Situation?

Ich bin immer noch verzweifelt. Es ist eine schwierige Situation. Meine Mitarbeiter unterstützen mich, allein wäre es schlecht zu bewältigen. Außerdem danke ich der Feuerwehr und den Rettungsdiensten.  Auch die Mitarbeiter in dem Döner-Imbiss in der Straße waren sehr hilfsbereit, als ich am Abend des Brandes von Kassel nach Hann. Münden kam. Sie haben mich in ihren Laden gebracht und sich um mich gekümmert, mir Wasser angeboten, mich beruhigt.

Wie geht es weiter mit dem Haus in der Rosenstraße?

Das wird sich zeigen. Die verbrannten Häuser sind nicht mehr zu retten und abrissreif.  Die Nachbarhäuser sind ebenfalls durch den Brand stark beschädigt.

Wie geht es in den anderen Geschäften weiter?

Ich habe noch ein Geschäft in Kassel und in Göttingen. Hier können sich die Mündener Kunden erst einmal orientieren.  Weitere Entscheidungen kann ich im Augenblick noch nicht treffen. Durch die Coronakrise ist die Situation für die Einzelhändler im Moment schwierig und für mich doppelt schwer.

Von Thomas Schlenz

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