„Mein Kampf“ ist in den Buchhandlungen nicht der Renner

Seit dem 8. Januar im Handel: Die kritische Ausgabe der nationalsozialistischen Hetzschrift „Mein Kampf“, herausgegeben vom Institut für Zeitgeschichte in München, ist in Mündens Buchhandlungen noch nicht zu bekommen. Die Startauflage von 4000 Exemplaren war schnell vergriffen. Es wird aber bereits nachgedruckt. Foto: dpa

Hann. Münden. In den Mündener Buchhandlungen gibt es bisher weniger als 20 Vorbestellungen für die kritische Ausgabe der nationalsozialistischen Hetzschrift „Mein Kampf".

In Hann. Mündens Buchhandlungen war sie noch gar nicht zu bekommen: Bereits kurz nach dem Verkaufsstart war die zweibändige kritische Ausgabe der nationalsozialistischen Hetzschrift „Mein Kampf“, die vom Institut für Zeitgeschichte in München herausgegeben wird, vergriffen.

Die Startauflage lag bei 4000 Exemplaren. Jetzt wird nachgedruckt. Im Laufe der Woche soll die Ausgabe wieder im Handel sein. Und dann können auch auch die Vorbestellungen in den Münden Buchhandlungen bedient werden.

Die Nachfrage sei für eine wissenschaftliche Edition, die mit 59 Euro auch teuer sei, überraschend hoch, sagte Hella Winnemuth, Inhaberin der gleichnamigen Buchhandlung in der Rosenstraße/Ecke Burgstraße.

Römer stärker gefragt

Vor allem Lehrer und Kunden mit geschichtlichem Interesse fragten nach, so die Buchhändlerin. Zehn Vorbestellungen liegen ihr vor. Aber von einem „Renner“ möchte sie nicht sprechen. Das Interesse etwa an der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Römerlagers von Hedemünden sei deutlich höher gewesen. Da habe es rund 50 Vorbestellungen gegeben. Und wenn ein neuer Harry- Potter-Band herauskam, lagen die Anfragen bei um die 150. Aber natürlich sei dies nur schwer vergleichbar, sagt Winnemuth.

Auch einige Kunden der Buchhandlung Beume am Kirchplatz warten auf den Nachdruck. Dort liegen Vorbestellungen im einstelligen Bereich vor, so die Auskunft.

An den weiterführenden Schulen in Hann. Münden und Dransfeld führt die Herausgabe der kritischen Edition jetzt nicht direkt dazu, dass das Thema gesondert behandelt werden soll. Das ergab eine Umfrage bei den Schulen.

Der Komplex Nationalsozialismus stehe sowieso auf dem Lehrplan, lautete der Tenor. In diesem Zusammenhang geht man auch auf das Buch ein. Jörg Uhlig, Fachobmann für Geschichte am Grotefend-Gymnasium wies zudem darauf hin, dass es für den Unterricht schon länger aufgearbeitete Materialien gebe, um „Mein Kampf“ zu behandeln. Und das werde auch gemacht.

Ob ein Exemplar künftig in der Städtischen Bücherei in Hann. Münden stehen wird, sei noch nicht entschieden, sagt Leiterin Kirsti Hensellek. Das müsse noch diskutiert werden. (ems)

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