"Ich würde es wieder machen"

Mielenhäuser Ortsbürgermeister scheidet aus dem Amt aus

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Der 64-jährige Klaus Wedekind auf einem Gedenkstein am Dorfgemeinschaftshaus. 

Mielenhausen. Klaus Wedekind scheidet aus dem Amt des Ortsbürgermeisters. 2001 wurde er in den Ortsrat gewählt, 2005 zum Ortsbürgermeister.

Ein schöneres Bekenntnis zu seiner Heimat gibt es kaum. „Ich lebe in einem liebenswerten Dorf.“ Klaus Wedekind, seit 2005 Ortsbürgermeister von Mielenhausen, schwärmt von dem Ort am Rande des Bramwaldes.

Seine Zeit als „erster Ansprechpartner“ in dem Ort mit 450 Einwohnern hat sich dem Ende geneigt. Er wurde am 26. Februar verabschiedet. Offiziell hat er sein Amt Ende 2018 aufgegeben, aber er ist ja nicht aus der Welt und bleibt weiterhin ein Mielenhäuser. „Es war eine interessante Zeit, und ich würde es wieder machen“, sagt der einstige Sozialdemokrat, der 2011 die Freie Wählergemeinschaft gegründet hat.

Vorausgegangen war ein Streit, der durchaus als Posse bezeichnet werden darf. Zum 750-jährigen Bestehen von Mielenhausen stiftete der damalige Landtagsabgeordnete Ronald Schminke ein von ihm selbst gefertigtes steinernes Ortswappen. Damit wollte er den Mielenhäusern eine Freude machen. Doch es entbrannte kurz darauf ein Streit im Dorf um den Standort, weil der Stein erst eingebuddelt und dann von anderen wieder aus der Erde geholt wurde.

Das hinterließ bei Klaus Wedekind Spuren. Er trat aus der SPD, die im Dorf traditionell die Mehrheit hatte, aus und gründete die Freien Wähler. Diese ist politisch dominant im Dorf. Wedekind weiß um die Probleme, die es in einem Dorf wie Mielenhausen gibt. Kein Lebensmittelmarkt mehr, keine Kneipe, kein Bäcker. Es gebe zahlreiche Haushalte mit älteren Menschen. Wedekind: „Der demografische Wandel wird ein Problem sein.“

Dem gegenüber steht eine intakte Dorfgemeinschaft, „unser großes Glück“, so Wedekind. Mit dem Kulturverein, den Schützen, der Feuerwehr, dem Sportverein, der Chorgemeinschaft und einer regelmäßigen Bürgerbegegnung. Darüber müsse der Weg in die Zukunft führen. Und über das schnelle Internet, betont Wedekind. Die Firma goetel aus Göttingen hat Anfang Februar über den Glasfaserausbau im Ort gesprochen. 60 Prozent der Haushalte müssten sich für das Breitband entscheiden, sagt Wedekind und hofft, dass sich diese Mehrheit im Dorf findet und bereit ist, Geld für den Anschluss auszugeben. Nun will sich Klaus Wedekind, der noch als Buchhalter für ein Unternehmen in Rosdorf tätig ist, vermehrt seinen Hobbys widmen. Er hört sehr gerne Musik („von Klassik bis Techno“) und spielt auch selbst auf dem Keyboard und dem Akkordeon. Dazu backt er mit Leidenschaft.

Das passt zu einem Menschen, der sich als ruhigen Typen bezeichnet. Wedekind: „Wenn mir keiner dumm kommt, komme ich den Leuten auch nicht dumm.“ Die Ortsratsmitglieder Frank Menn und Fabian Imke sind bisher die Stellvertreter Wedekinds. Wer die Geschicke des Dorfes als Ortsbürgermeister künftig lenken wird, ist nach unseren Informationen aktuell noch unklar. 

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