Weser Metall Umformtechnik

Autozulieferer aus Münden investiert 6,5 Millionen Euro in neue Presse

Die Produktionshalle mit der neuen Schuler-Presse (rechts). Matthias Malt, Produktionsleiter und stellvertretender Werkleiter, erläuterte die Technik.
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Die Produktionshalle mit der neuen Schuler-Presse (rechts). Matthias Malt, Produktionsleiter und stellvertretender Werkleiter, erläuterte die Technik.

Hann.Münden. – Noch läuft sie nicht, aber sie steht schon. 6,5 Millionen Euro hat der Autozulieferer Weser Metall Umformtechnik GmbH in seine neue Presse der investiert. Für den Produktionsstart im Januar fehlen nur noch Feinarbeiten.

Hann.Münden - Die Presse, gebaut von der Firma Schuler, ist ein Koloss. 7,40 Meter ragt sie in die Höhe, ist 600 Tonnen schwer und hat eine Presskraft von 1600 Tonnen. Sie ersetzt eine Anlagenstraße von fünf Pressen aus den 60er und 70er Jahren.

Derzeit laufen die letzten Feinarbeiten, und die einzelnen Komponenten der computergesteuerten Anlage, wie Förderbänder, Antriebe, Beölung und das Richtwerk werden in Betrieb genommen. Im Januar will der Automobilzulieferer Weser Metall Umformtechnik GmbH (WMU) auf der über 30 Meter langen Anlage erste Fahrzeugteile produzieren. Rund 6,5 Millionen Euro hat WMU nach Angaben von Geschäftsführer Jörg Wittling investiert.

Am 7. Mai wurde das letzte Bauteil auf der alten Pressenlinie gefertigt, danach begann der viermonatige Abbau. Ein Unternehmen, das auf Industriemontagen spezialisiert ist, zerlegte die über zehn Meter hohen Maschinen in ihre Einzelteile und machte sich transportfertig. Eine wird verschrottet, vier sind nach Übersee verkauft. Drei werden in Indien und eine in Südkorea wieder aufgebaut. Von Hann. Münden aus gingen sie zunächst mit Schwertransportern auf die Reise, später dann per Schiff (wir berichteten).

Danach begannen zunächst die vorbereitenden Beton- und Stahlbauarbeiten, anschließend der eigentliche Aufbau der neuen Presse. Und das alles, während in derselben Halle an anderen Anlagen weiter produziert wurde. Das sei die große Herausforderung gewesen, sagt Matthias Malt, Produktionsleiter und stellvertretender Werkleiter. Teilweise seien bis zu vier Gewerke, darunter Stahl- und Betonbauer, Statiker und Elektriker, gleichzeitig zu händeln gewesen. Die neue Presse arbeite schneller, je nach Bauteil könne bis zum Dreifachen dessen produziert werden, was mit der alten Pressenstraße möglich war, zudem habe sie eine höhere Fertigungsqualität und sei leiser, so Malt. Mit dem Produktionsstart auf der neuen Presse im Januar verbindet sich auch die Hoffnung des Unternehmens, dass sich die Auftragslage wieder normalisiert.

Bedingt durch die Corona-Pandemie habe es 2020 einen Umsatzverlust von 29 Prozent gegeben, das Werk sei weiter in Kurzarbeit. Entlassungen soll es aber nicht geben, sagt Wittling. Auch alle Azubis, die in diesem Jahr auslernen, sollen übernommen werden. Das Personal werde gebraucht, wenn die Produktion wieder das Normalmaß erreiche.

Im Werk gelten seit März strenge Hygienemaßnahmen nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Im Unternehmen habe es in den vergangenen Monaten nur vereinzelte Coronafälle gegeben. Dank der Pandemiepläne sei es aber zu keinen weiteren Ansteckungen gekommen. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, seien alle Räume vermessen worden, erläutert Wittling.

An den Türen hängt ein Hinweis, wie viele Personen sich in den Räumen gleichzeitig aufhalten können. Auch in den Produktionshallen wird strikt auf Abstände geachtet. Auf dem Boden sind entsprechende Markierungen angebracht.

Alle Mitarbeiter seien zudem geschult worden, wie sie sich zu verhalten haben und welche Hygienemaßnahmen einzuhalten sind, alle hätten auch einen Mund-Nasen-Schutz mit dem Firmen-Logo erhalten. „Erste Priorität ist es, die Mitarbeiter zu schützen“, betont Wittling. (Ekkehard Maass)

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