Digitalisierung in der Fahrschule

App und Simulator helfen bei der Vorbereitung auf den Führerschein

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Fahrlehrer Alexander Torke von der Fahrschule Budnik in Hann. Münden erklärt, wie die Digitalisierung den Weg zum Führerschein verändert.

Hann. Münden – Die Digitalisierung verändert die Welt und macht auch vor den Fahrschulen nicht halt. Vor allem der Theorieunterricht wurde in den vergangenen Jahren förmlich auf den Kopf gestellt. „Die Zeit von Unterrichtstafeln, Diaprojektoren und Overheadfolien gehört der Vergangenheit an“, sagt Alexander Torke, Fahrlehrer und seit einem Jahr Inhaber der Fahrschule Budnik in Hann. Münden.

Heute kämen im Theorieunterricht bewegte Bilder durch Video, Beamer, Tablett oder Smartphone zum Einsatz – und somit nahezu ausschließlich durch digitale Medien.

Digitalisierung in der Fahrschule: App anstatt Papierbögen

„Die größte Veränderung aber gab es in diesem Bereich bei den Lernbögen“, sagt Torke. Wo die Fahrschüler früher noch auf Papier ihre Kreuze machen und die Bögen anschließend selbst korrigieren mussten, wird heute eine App eingesetzt, mit der sie zuhause auf dem Smartphone oder Tablet lernen können. „Diese digitalen Bögen werden dann automatisch ausgewertet und die Ergebnisse sind sowohl für den Fahrschüler als auch für den Fahrlehrer ersichtlich“, erklärt Torke.

Ein „Ampelsystem“, das je nach Fehlerquote von Rot (viele Fehler) über Orange nach Grün wandert, signalisiere dann beiden, wann der Schüler bereit ist für die theoretische Prüfung. „Der Vorteil einer solchen App liegt darin, dass der Schüler sie immer dabei hat, einen Fragenblock jederzeit wiederholen und sich selbst besser überprüfen kann“, meint Alexander Torke.

Natürlich gebe es auch Menschen, die lieber mit den alten Lernbögen arbeiten, weil sie dann etwas in der Hand haben und sich nicht vom Handy ablenken lassen. „Für die halten wir selbstverständlich noch die Papierbögen bereit“, so der Fahrlehrer.

Fahrschule Budnik Hann. Münden: Jede Fahrstunde wird mit der Kamera aufgezeichnet

Doch nicht nur im Theorieunterricht hat die Digitalisierung bei Fahrschulen längst Einzug gehalten. Wie alle neueren Autos verfügen inzwischen auch die Fahrschulwagen über Assistenzsysteme wie Tempomat oder automatische Einparkhilfe, deren Benutzung gelernt werden muss. „Außerdem nehmen wir mit einer Kamera jede Fahrstunde auf, sodass wir uns danach zusammen mit dem Fahrschüler die Fehler noch einmal anschauen und besprechen können“, sagt Torke.

An neuen Fahrzeuggenerationen zur E-Mobilität und zum autonomen Fahren durch totale Vernetzung werde derzeit getüftelt. „Da weiß man noch gar nicht so richtig, was auf die Fahrschulen zukommt.“

Führerschein in Hann. Münden machen: Fahrschule Budnik will Fahrsimulator anschaffen

Und weil es immer weniger Fahrlehrer gebe, die Zahl der Schüler zumindest in seiner Fahrschule aber stetig zunehme, plane er die Anschaffung eines Fahrsimulators für den praktischen Erstunterricht. „Damit kann man in der Fahrschule eine äußerst realitätsnahe Fahrstunde absolvieren und wird bestens auf den echten Straßenverkehr vorbereitet“, so Torke. „Auch in der Verwaltung erleichtert mir die Digitalisierung das Leben enorm, wodurch ich mehr Zeit für den Fahrunterricht habe“, sagt Torke.

Terminabsprachen etwa würden heute nahezu ausschließlich über die sozialen Netzwerke wie WhatsApp und Facebook laufen. „Fakt ist, dass die Jugend – also unsere Zielgruppe – mit der Digitalisierung aufwächst“, meint Torke, der mit gerade mal 32 Jahren zu den jüngeren Fahrschulinhabern in der Branche zählt. „Dir bleibt also gar nichts anderes übrig, als auch mit der Zeit zu gehen!“ Wer da nicht mitmache, der werde mit Sicherheit über kurz oder lang vom Markt verschwinden.

Digitalisierung: Rettungswagen des ASB Göttingen-Land sind vernetzt.

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