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Mit Kunst Emotionen zeigen: Skulptur aus Draht wird in Mehrgenerationenhaus ausgestellt

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Von: Kira Müller

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Das sind die Künstler: Jens Winnhofer (von links), Cor Leone Vinci und Gabriele Koch. Es fehlt: Michel Stöbener. Im Vordergrund ist die fertige Skulptur zu sehen.
Das sind die Künstler: Jens Winnhofer (von links), Cor Leone Vinci und Gabriele Koch. Es fehlt: Michel Stöbener. Im Vordergrund ist die fertige Skulptur zu sehen. © Kira Müller

Beim Projekt „Passt! – Projektarbeit stärkt Stärken“ ist eine Skulptur aus Draht entstanden, die negative Emotionen ausdrückt. Zu sehen ist sie im Mehrgenerationenhaus.

Hann. Münden – Eine graue, lebensgroße Figur kniet auf dem Boden der sonst bunten Cafeteria im Mehrgenerationenhaus in Hann. Münden. Die Hände vors Gesicht geschlagen. Vor ihr: eine Weltkugel. Beklebt mit Schlagzeilen von Corona, Krieg und Inflation.

„Der momentane Zustand der Welt ist so, dass man schlecht was Positives darstellen kann. Wir wollten die Einsamkeit, Trauer und Wut ausdrücken“, sagt Teilnehmer Jens Winnhofer zur Ausstellungseröffnung am Dienstag. Die Figur aus Draht und Pappmaschee ist das Ergebnis des viermonatigen Projektes „Passt! – Projektarbeit stärkt Stärken“. Noch bis zum 24. Januar kann das Werk der Teilnehmer angeschaut werden.

„Inspiration allein reicht nicht“ – In Projekt steckt viel Arbeit

Marianne Schaumburg von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) ist Projektleiterin und sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Teilnehmer waren sehr engagiert und hatten viel Spaß an der Arbeit“, sagt sie. „Es war eine tolle Gruppe, mit viel Engagement und guten Ideen. Sie waren regelmäßig hier und haben gut mitgearbeitet.“

Angefangen mit dem Projekt haben insgesamt sieben Personen, von denen drei wieder aufgehört haben. Doch Jens Winnhofer hat sich gemeinsam mit den drei weiteren Teilnehmern Cor Leone Vinci, Gabriele Koch und Michel Stöbener seit Oktober intensiv mit Farb-Assoziationen auseinandergesetzt und zu Material und Emotionen recherchiert.

„Inspiration allein reicht nicht“, erklärt er. Da stecke eine Menge Arbeit hinter. Insgesamt sind so drei Figuren entstanden: Zwei Prototypen und die fertige Figur. „Wir mussten viel ausprobieren“, sagen die Teilnehmer.

Draht-Skulptur mehr Ausdruck verleihen und Auslöser der Emotionen darstellen

Die Proportionen der Gliedmaßen waren schwierig und auch die Gelenke stellten eine Herausforderung dar. „Wir haben dann einfach selbst Modell gestanden.“ Auch einen Perückenkopf hatten sie organisiert. Die Figur aus Draht war flexibel, konnte verschiedene Positionen einnehmen. Nachdem die Teilnehmer die gewünschte Pose geformt hatten, wurde sie mit Zeitung beklebt.

„Um der Figur mehr Ausdruck zu verleihen, haben wir sie noch grau angemalt. Wir wollten darstellen, wie die Welt für uns im Moment ist und wahrscheinlich auch für jeden Einzelnen.“ Dabei steht die Farbe Grau vor allem für Leere und Einsamkeit. Ziemlich schnell tauchte dann auch die Idee auf, auch den Auslöser der Emotionen zu basteln: eine Weltkugel. Dabei wurden die Kontinente der Welt ausgeschnitten und mit Schlagzeilen beklebt.

Ausstellung öffentlich machen und Draht-Skulptur vorstellen

„Am Anfang war ich sehr skeptisch, ob das was für mich ist, aber irgendwann wollte ich das fertigmachen. Es war kein ‘ich muss jeden morgen los’, sondern eher ‘ich will jeden morgen los’“, sagt Teilnehmerin Gabriele Koch. „Was die Teilnehmer hier gemacht haben und mit einer Ausstellung auch öffentlich zeigen wollten, ist eine große Leistung.

Es ist toll, was sich hier entwickelt hat“, sagt Schaumburg. Es habe die Teilnehmer persönlich weitergebracht – die Erfahrung aus den eigenen Händen was Schöpferisches zu machen.

Das Projekt sei ein Leuchtturmprojekt, das auch in anderen Städten, wie Duderstadt und Göttingen umgesetzt werden soll.

Für die Besucher im Mehrgenerationenhaus in Münden steht eine Box vor den Skulpturen bereit. Damit die Künstler Feedback bekommen, haben sie eine Umfrage ausgearbeitet, die zum Thema „Was löst die Skulptur aus und wie gefällt sie?“ beantwortet werden kann.

Gabriele Koch sagt zum Abschied: „Schade, dass es vorbei ist. In dieser Gruppen-Konstellation würde ich gerne noch weitermachen.“ (Kira Müller)

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