Rehe, Mäuse und Co. im Winter

Mit verschiedenen Strategien passen sich Wildtiere der Wetterlage an

Rehe überqueren einen Waldweg im Winter
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Im Wald kommen die Tiere auch ohne menschliche Hilfe gut zurecht.

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt verlangen den Menschen einiges ab. Wie geht es den Wildtieren bei Minusgraden? Wie schützen sie sich vor der Kälte? Wie kann ihnen das Leben erleichtert werden?

Altkreis Münden – Eisige Temperaturen und Massen an Schnee wie in diesem Winter seien in Münden und Umgebung ein eher „ungewöhnliches Phänomen“, sagt Michael Rudolph, regionaler Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Für die heimische Tier- und Pflanzenwelt sei das aber kein großes Problem. Tiere und Pflanzen hätten sich über mehrere Jahrtausende hinweg an die Umgebung angepasst und seien noch viel härtere Winter gewöhnt, so Rudolph.

Viele Tiere legten sich in den Wintermonaten ein dickes Fell oder Gefieder zu, zögen sich zurück und bewegten sich nur noch so viel wie unbedingt nötig, um ihren Energiehaushalt zu schonen. Einige hielten auch über mehrere Monate Winterschlaf. Während dieser Zeit sollten die Tiere möglichst ungestört bleiben.

Spaziergänger sollen Waldwege nutzen

Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie haben viele Menschen das Spazierengehen in der Natur für sich entdeckt. Dagegen sei auch grundlegend nichts einzuwenden. Michael Rudolph appelliert jedoch an die Spaziergänger, nicht querfeldein zu laufen und die Wanderwege nicht zu verlassen, um die Tiere in ihren Rückzugs- und Ruheräumen nicht zu erschrecken und zu verjagen.

Auch Hunde sollten mit Rücksicht auf die Waldbewohner an der Leine geführt werden. Aufgescheuchte Wildtiere verbrauchten gerade bei hohem Schnee sehr viel Energie, was bei dem ohnehin schon runtergefahrenen Energiehaushalt unnötigen Stress für sie bedeute, so Rudolph.

Wildtiere nicht füttern

Zusätzliche Fütterungen erleichtern den Wildtieren die Wintermonate nicht – im Gegenteil. Da die Tiere im Winter einen reduzierten Stoffwechsel haben, sei zusätzliche Nahrung eher schädlich, teilt Susanne Gohde vom Stadtwald Hann. Münden auf Anfrage mit.

Auch Michael Rudolph warnt vor dem Zufüttern: Bei dem lockeren pulvrigen Schnee hätten die Tiere keine Probleme, an Knospen und Triebe von Bäumen zu gelangen, sagt er. Mäuse zum Beispiel, lebten unter der Schneedecke und kämen dort an Nahrung. Außerdem hätten sich viele Tiere längst Vorräte angelegt.

Notzeit ist klar geregelt

Das Aufhängen von Meisenknödeln etwa, sei in Ordnung. Ansonsten sollten Wildtiere nur im äußersten Notfall zusätzlich gefüttert werden. Solch eine Notzeit müsse jedoch vom für den Landkreis zuständigen Jägermeister ausgerufen werden. In diesem Fall gebe es klare Regeln für das weitere Vorgehen.

Wenn die Wetterlage jetzt zwischen Tauwetter und Frost wechselt, könne es für die Tiere zu einer angespannten Situation kommen, da sich die Schneedecke dann verhärte und einige Tiere nicht mehr an ihre Nahrung kämen, so Michael Rudolph. Man müsse dahingehend abwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt. (Lea-Sophie Mollus)

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