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Mitgliederschwund im Kirchenkreis Göttingen-Münden stärker als erwartet

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Von: Thomas Schlenz

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Die St. Blasius-Kirche in Hann. Münden
Die St. Blasius-Kirche in Hann. Münden: Sie ist eine der Kirchen des Kirchenkreises Göttingen-Münden. (Symbolbild) © Jens Döll

Der Mitgliederschwund im Kirchenkreis Göttingen-Münden wird stärker als erwartet. Zudem werden in der nahen Zukunft viele Stellen frei, die schwer nachzubesetzen sind.

Altkreis Münden – Die evangelisch-lutherische Kirche verliert mehr Mitglieder als erwartet. Steffen Creydt, Leiter des Kirchenkreisamtes Göttingen-Münden, habe bei der jüngsten Sitzung der Kirchenkreissynode die Planungsvorgaben der Evangelischen Landeskirche Hannovers erläutert, teilte Sprecherin Bettina Sangerhausen mit.

Weniger Mitglieder im Kirchenkreis bis 2060

Eine Prognose der Mitgliederzahlen bis 2060 gehe von einem Rückgang von zwei Prozent pro Jahr aus. Allerdings stammten diese Zahlen von vor der Corona-Pandemie und vor dem Ukraine-Krieg, schränkte Creydt ein. Die Zuweisungen der Landeskirche erfolgen nach Zahl der Mitglieder. Bis 2028 rechnet man in Göttingen-Münden mit durchschnittlich 2,32 Prozent weniger Geld pro Jahr bei den Zuweisungen. Das ist eine steilere Kurve als der durchschnittlich vorherberechnete Mitgliederschwund, da für die Region in den nächsten Jahren auch ein etwas größerer als der durchschnittliche Mitgliederschwund errechnet wurde.

Fusion der Kirchenkreise

Aus den Evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Münden und Göttingen wird ab dem kommenden Jahr der deutlich größere Kirchenkreis Göttingen-Münden. Das Kirchenkreisamt ist schon länger am Standort Göttingen. Wie bisher wird es zwei Superintendenturen, eine in Göttingen und eine in Hann. Münden, geben, die sich die Arbeit aufteilen. Der Kirchenkreis Münden hat 15 Gemeinden, der Kirchenkreis Göttingen 58. 

Als Hauptgrund für den Mitgliederschwund nannte Thomas Henning, Superintendent des Kirchenkreises Münden, den demografischen Wandel. Die sogenannte Alterspyramide, bei der eine breite Basis von jungen Menschen eine Spitze von alten Menschen trägt, sei schon lange keine Pyramide mehr. Im Kirchenkreis gebe es viele über 75-Jährige. Das hat nicht nur Auswirkungen bei den Mitgliedern, auch bei den Mitarbeitern: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen bald in den Ruhestand, es gebe aber weniger Theologie-Studenten und Vikare als in den vergangenen Jahren. Es werde also eine Konkurrenz von freien Stellen auf dem Markt geben.

Regionale Zusammenarbeit fördern

Das heißt: Der Kirchenkreis muss seine eigenen Stellen möglichst attraktiv gestalten. Dazu müsse man die Kräfte bündeln, indem Kirchengemeinden sich zu Kirchengemeindeverbänden zusammenschließen und regional arbeiten. Kirchenmusik, Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Senioren und anderes mehr können dann im Verband geleistet werden. Der Kirchenkreis helfe beim Start in die regionale Zusammenarbeit, zum Beispiel durch Supervision, Workshops, Geld für Digitalisierung. (Thomas Schlenz)

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