Die ersten sind geimpft

Mobile Impfteams besuchen Seniorenheime im Altkreis Münden

 Pflegekraft Lili Paswerg (von links) steht neben Bewohnerin Ilona Amerling, die von Katrin Heyden gegen Covid-19 geimpft wird.
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Corona-Impfung in Hann. Münden: Pflegekraft Lili Paswerg (von links) steht neben Bewohnerin Ilona Amerling, die von Katrin Heyden geimpft wird.

Die 85-jährige Ilona Amerling hat die erste Corona-Impfung im Senioren- und Pflegeheim Haus Hainbuchenbrunnen in Hann. Münden erhalten. Dort hat am Samstag, 23. Januar 2021, ein mobiles Team Bewohner und Angestellte geimpft.

Wie die Heimleitung Andrea Engelke berichtet, haben sich 25 der 27 Bewohner für die Impfung entschieden. Von den 32 Angestellten seien es knapp 20 gewesen. Die Anzahl der Interessenten habe sie zuvor gemeldet. Am Tag der Impfung hätten sich weitere Angestellte für die Impfung entschieden, sie müssten nun ins Impfzentrum fahren.

Das sieben Personen starke Impfteam aus Göttingen kam gegen 9 Uhr an, so Engelke weiter. Im Wohnheim stand ein Raum für das medizinische Personal bereit, der sonst für Familienfeiern genutzt wird. „Unsere Bewohner haben sich wirklich gefreut, dass es losgeht.“

Wer geimpft werden wollte, musste verschiedene Stationen durchlaufen: zunächst ein Aufklärungsgespräch mit einer Ärztin, dann bürokratische Angelegenheiten, Anamnese und schließlich die Impfung. „Die Bewohner trugen alle Strickjacken und T-Shirts damit es schneller ging.“ Nach der Impfung ging es weiter in den Aufenthaltsraum, wo zwei Betreuer die Geimpften 15 Minuten beobachteten. Gegen 11.30 Uhr machte sich das mobile Team auf den Weg zum nächsten Seniorenheim. Nebenwirkungen seien auch zwei Tage später nicht aufgetreten.

Coronajahr im Altenheim: Masken und weniger soziale Kontakte

„Wir sind froh, dass wir seit März letzten Jahres ausgehalten haben und keinen einzigen Coronafall hatten“, sagt Andrea Engelke. Im Corona-Alltag tragen Bewohner und Pfleger Masken. Die Betreuungsangebote finden in kleineren Gruppen und mit Abstand statt. Besuche von Familien wurden weniger. Besucher müssen an der Tür einen Schnelltest machen. In 21 bis 40 Tagen soll die zweite Impfung folgen, ein Termin steht noch nicht fest, sagt Andrea Engelke. „Ich bin entspannt, wenn die zweite Impfung durch ist.“ Sie hofft, dass danach ein normaler Alltag einzieht, die Bewohner sich freier bewegen können. Welche Regeln für Geimpfte gelten, sei noch abzuwarten.

„Die Bewohner, das Personal und die Angehörigen haben sich gut mit der Situation arrangiert.“ Das Personal habe seine Sozialkontakte auf ein Minimum zurückgenommen, damit niemand das Virus ins Seniorenheim trägt. Mit dem Vollschutz gehe hoffentlich auch ihre Angst zurück. „Zusammen haben wir das gut hinbekommen.“ Die Heimleiterin erwartet, dass sich das Personal zu 90 Prozent impfen lassen wird. Einige hätten noch Bedenkzeit gebraucht, doch am Tag der Impfung habe die Bereitschaft zugenommen. Auch die Familie Engelke, die das Heim seit 1995 führt, habe sich impfen lassen, um mit gutem Beispiel voranzugehen.

Mobiles Impfen im Landkreis Göttingen: Bald 44 von 57 Pflegeeinrichtungen geschafft

Ilona Amerling sieht die Impfung pragmatisch: „Ich wurde nicht das erste Mal geimpft.“ Ihre Tochter arbeite im Krankenhaus und habe ihr dazu geraten. „Jetzt braucht sie nicht so viel Angst um mich haben“, sagt die 85-Jährige und hofft nun, ihre Familie öfter zu sehen.

Auch in anderen Seniorenheimen im Altkreis Münden konnten bereits Impfangebote gemacht werden, informiert der Landkreis Göttingen. Bis Ende dieser Woche sollen die mobilen Impfteams 44 von 57 Einrichtungen im Landkreis (ohne Stadtgebiet) besucht haben.

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