Ein Treffpunkt ohne Barrieren

Mündener Bürgertreff startet Projekt zur Inklusion Behinderter

Nachhaltige Inklusion zum Ziel: Projektleiterin Antje Scholz (links) ist die Neue im Team, hier mit Ines Albrecht-Engel (Vorsitzende) und Achim Block (Kassenwart) vor dem Bürgertreff in der Ziegelstraße 56.
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Nachhaltige Inklusion zum Ziel: Projektleiterin Antje Scholz (links) ist die Neue im Team, hier mit Ines Albrecht-Engel (Vorsitzende) und Achim Block (Kassenwart) vor dem Bürgertreff in der Ziegelstraße 56.

Ein barrierefreies Erdgeschoss mit Behinderten-WC hat der Bürgertreff in Hann. Münden bereits Jetzt sollen spezielle Angebote für Menschen mit körperlichen Einschränkungen folgen.

Inklusion ist die Überschrift über dem neuen Projekt des Bürgertreffs, Verein zur Förderung interkulturellen Lebens, das von der Aktion Mensch gefördert wird.

So konnte Antje Scholz eingestellt werden, die aktiv daran geht, Menschen mit Behinderungen zu erreichen. Sie kann dabei auf reichlich Kontakte zurückgreifen. Seit 20 Jahren lebt die Soziologin in Hann. Münden und ist durch ihre frühere Arbeit gut vernetzt. 

Die vorhandenen Strukturen erweitern, weitere Ehrenamtliche gewinnen und die Werbetrommel rühren sind einige Punkte auf ihrer Agenda. Dabei könne sie sich auf tragfähige Ehrenamtsstrukturen stützen, die im Bürgertreff bereits erarbeitet worden sind.

Ein Treffpunkt von Allen für Alle

„Der Bürgertreff ist von Allen für Alle“, betont Vereinsvorsitzende Ines Albrecht Engel. Das sei schon immer so gewesen. Migranten und Einheimische, Kinder, Jugendliche und Erwachsene: Die Besucher und Nutzer sind bunt gemischt. Einzig eine Zielgruppe sei allerdings bislang unterrepräsentiert, und das seien Menschen, die ein körperliches Handicap haben. 

Dabei gebe es auch schon jetzt eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die von Menschen mit und ohne Handicap gleichermaßen genutzt werden könnten.

Niedrigschwellig im übertragenen Sinne sind die Angebote ohnehin und obendrein kostenlos. Keiner wird ausgegrenzt. Das, ergänzt Achim Block, Kassenwart des Vereins, baue übrigens direkt auf dem Projekt „Soziale Stadt“ auf, durch das der Bürgertreff einst, ebenfalls mit Fördermitteln, entstanden ist.

Alle vorhandenen Angebote im Bürgertreff laufen weiter. In diese will der Verein behinderte Menschen stärker integrieren und bei Bedarf auch Zusatzangebote erarbeiten.

Förderung für neue Akzente - Hilfe für Menschen mit Handicap

Darüber, wieder eine Fachfrau im Haus zu haben, ist der Vorstand des Vereins Bürgertreff sehr froh. Die Förderung durch die Aktion Mensch decke sogar 95 Prozent der Kosten ab, sagt Vorsitzende Ines Albrecht-Engel. Fünf Prozent muss der Verein selbst aufbringen. 

Bis vor Kurzem war, mit 80 Prozent durch das Sozialministerium gefördert, Vera Razat als Koordinatorin im Bürgertreff tätig. Die Förderung lief jedoch aus, eine Unterstützung im selben Bereich war nicht mehr zu erhalten. Mithilfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, in dem der Bürgertreff Mitglied ist, wurde schließlich ein passendes Projekt gefunden, mit dem der Verein neue Akzente setzen kann. 

Dass dann auch noch Antje Scholz unter den Bewerbern war und kurzfristig die Stelle antreten konnte, sei ein Glücksfall. Bei gut 50 Mitgliedern, darunter auch einige Familien, und einem Jahresbeitrag von 15 Euro pro Jahr für Einzelpersonen und 20 Euro für Familien ist die Kapitaldecke des Vereins Bürgertreff nicht gerade dick. Der Verein ist auf Spenden angewiesen.

Ehrenamtliche bringen Leben in den Bürgertreff

Einige Mitglieder zahlen freiwillig höhere Beiträge. Unterstützt wird der Bürgertreff auch von der Stadt Hann. Münden, die das Gebäude zur Verfügung stellt und beispielsweise einen Zuschuss unter anderem für die Hausaufgabenhilfe mit Mittagessen zahlt. 

Ehrenamtliche sind es, die Leben in das Gebäude Bürgertreff bringen. Zum einen die vom Bürgertreff direkt, zum anderen aber auch Ehrenamtliche anderer Vereine, mit denen der Bürgertreff kooperiert. 

So gibt es nicht nur Doppelkopfrunden, sondern auch Schach im Haus, Deutschunterricht in verschiedenen Facetten, das Nähcafé für Frauen (Diakonie), eine Sprechstunde der Flüchtlingsberatung, den Reparier-Treff des Bürgertreffs und den Gesprächskreis für Frauen der Gleichstellungsbeauftragten, um einige Beispiele zu nennen. 

Eine nachhaltige Inklusion ist das Ziel

Jetzt soll nur noch selbstverständlich werden, dass alle Angebote für Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen da sind. 

Das Bundesteilhabegesetz umsetzen, die Selbstständigkeit fördern lautet die Devise, so Ines Albrecht-Engel. Fortbildung für Ehrenamtliche steht auch auf dem Programm. Wichtig sei ihr, sagt Antje Scholz, neue Ideen gemeinsam mit den Nutzern und den Ehrenamtlichen zu entwickeln. Denn eine nachhaltige Inklusion ist das Ziel.

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