Oberliga-Handball

TG Münden: Chancen gehen Richtung Null

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Ausgebremst: Christian Grambow (Mitte) und die TG sind in Schieflage.

Hann. Münden. Schwere Zeiten für die Oberliga-Handballer der TG Münden: Der Tabellenvorletzte muss sich der Tatsache stellen, dass es nun doch gleich drei Absteiger geben wird.

Seit Monaten klammern sich die TG Münden und ihre Anhänger an die Information, dass es am Ende der Saison nur zwei Absteiger aus der Handball-Oberliga Niedersachsen geben wird. Das legten auch Aussagen der Staffelleitung nahe. Doch nun ist alles anders: Der Spielausschuss-Vorsitzende des Handballverbands Niedersachsen (HVN), Helmuth Wöbke, hat sich eingeschaltet und stellt klar: „In unseren aktuellen Durchführungsbestimmungen sind drei Absteiger festgeschrieben und dabei bleibt es auch!“ Damit sind die Chancen der TG, auf sportlichem Wege den Klassenerhalt zu erreichen, fast auf Null gesunken.

Die Ausgangslage 

Normalerweise gibt es am Saisonende der Oberliga einen Aufsteiger, der durch einen Absteiger aus der 3. Liga ersetzt wird. Am unteren Tabellenende sind in diesem Jahr drei Absteiger festgelegt, da die Oberliga mit 17 Teams startete und in der kommenden Saison wieder auf 16 reduziert wird. Diese Sollstärke wird durch zwei Aufsteiger aus der Verbandsliga erreicht. Soweit die Theorie. Fakt ist aber, dass es für die Saison 2016/17 aus der 3. Liga Nord keinen niedersächsischen Absteiger gibt und somit ein Platz in der Oberliga frei wird. Staffelleiter Manfred Herzog bestätigte bereits vor Wochen auf Nachfrage, dass in einem solchen Fall die Zahl der Absteiger auf zwei reduziert werde. So ist es in vielen Ligen üblich, unter anderem in der Landesliga Nord, wo der HSC Landwehrhagen noch spielt.

Überraschende Wende 

Vor genau einer Woche hatte die Staffelleitung noch auf Nachfrage betont, an dem Gerücht, es werde zur kommenden Saison nicht zwei, sondern drei Oberliga-Aufsteiger aus der Verbandsliga geben, sei nichts dran. Doch nun berichtigt Helmuth Wöbke: „Aufstieg geht vor Abstieg. Es bleibt bei drei Oberliga-Absteigern.“ Den letzten freien Platz in der Oberliga werde ein zusätzlicher dritter Aufsteiger aus der Verbandsliga einnehmen. Derzeit belegt diesen Platz der TV Jahn Duderstadt. Das Prinzip, die möglichen Aufsteiger besserzustellen als die Teams auf den Abstiegsrängen, so Wöbke, habe ihm ein Sportgerichtsurteil nach einer ähnlichen Tabellenkonstellation vor Jahren auferlegt. Um welchen Fall es sich genau handelte, wollte der HVN-Spielausschussvorsitzende im HNA-Gespräch nicht weiter ausführen.

Die aktuelle Lage 

Die TG hat nun sechs (Plus)-Punkte Rückstand auf den viertletzten Platz. Daraus könnten aber schnell acht Zähler werden, falls der MTV Soltau sein Nachholspiel gewinnt. Zu beachten ist auch der MTV Vorsfelde, der noch acht Punkte abgezogen bekommt, dessen Mannschaft aber stark genug sein dürfte, um die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu ergattern. Unglücklich für die TG ist außerdem, dass ausgerechnet in dieser Saison gleich drei Verbandsligisten unbedingt aufsteigen wollen. Das hat es in der Vergangenheit kaum einmal gegeben.

Die Letzte Hoffnung 

Der 2. Vorsitzende der TG Münden, Reiner Schmitz, reagierte auf die neuen Entwicklungen gefasst: „Bislang hatten wir darauf gesetzt, dass es nur zwei Absteiger geben könnte. Ich glaube aber, dass wenn die Mannschaft Drittletzter wird, die Chancen doch noch relativ groß sind, in der Liga drin zu bleiben.“ Angeblich gebe es bei einer anderen Oberligamannschaft die Überlegung, sich eventuell zurückzuziehen. Klarheit über diese Spekulation wird es voraussichtlich erst Mitte Mai geben. Bis dahin müssen sich alle Mannschaften beim HVN für die jeweiligen Spielklassen angemeldet haben.

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