Weserstein geht auf Fahrt

Mündener Ausflugsschiff getauft – Panne am ersten Tag

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Nach der Taufe ging es mit geladenen Gästen auf die Jungfernfahrt.

Über 200 Schaulustige stimmten am Pfingstsamstag in ein donnerndes Hipp-Hipp-Hurra ein, als Tina Herwig mit ein paar Spritzern Sekt das neue Ausflugsschiff auf den Namen Weserstein taufte.

Hann. Münden  - Es hatte am mit Wohnmobilen und Pkw proppevoll gefüllten Mündener Tanzwerder in unmittelbarer Nachbarschaft des namensgebenden Weserstein festgemacht. Kurz darauf startete das Schiff mit geladenen Gästen zu seiner Jungfernfahrt unter neuen Namen.

Sie verlief glatt. Doch bei eine der folgenden Fahrten musste das Schiff wegen eines Defekts zwischen Reinhardshagen und Hann. Münden festmachen. „Ein Kunststoffseil, das im Fluss schwamm, hat sich um Propeller und Welle gewickelt. Wir haben das entfernen lassen, aber der Propeller muss jetzt ausgetauscht werden“, sagte die Schiffspatin. Er wurde sofort bestellt und soll noch in dieser Woche geliefert und montiert werden. „Wir hatten Glück im Unglück, vielleicht können wir am nächsten Wochenende schon mit den Ausflugsfahrten starten“.

Nach Darstellung der Wasserschutzpolizei Kassel kam es offenbar auch zu einer Grundberührung, durch die der Ruderpropeller komplett ausfiel. Dazu sei es in Höhe des Kilometers 5,3 bei einem Pegelstand von 114 Zentimeter gekommen. Das Schiff schwamm dann 400 Meter mit dem Strom mit, die rund 20 Passagiere konnten anschließend ohne Blessuren an Land gehen.

Mit ein paar Spritzern Sekt taufte Tina Herwig, Geschäftsführerin der Weserstein Touristik, das neue Mündener Ausflugsschiff auf den Namen Weserstein. Gekommen waren auch einige Sportboote, deren Führer die Weserstein mit lautstarken Typhon-Signalen begrüßten.

Mit der Havarie hatte auch Schiffsführer Ludwig Fürste (78) nicht gerechnet. Er verfolgte am Tauftag gespannt, wer unter den üblichen, Corona bedingten Vorsichtsmaßnahmen über den Steg am Anleger an Bord ging. Darunter in passendem Kostüm gekleidet so illustere Gäste aus vergangenen Zeiten wie Herzogin Elisabeth alias Sabine Lohmann, Dr. Eisenbart alias Franz Polej und die Vertreterin der Mündener Schiffergilde alias Kathrin Körtge. Die drei engagieren sich normalerweise in diesen Rollen als Stadtführerinnen beziehungsweise Stadtführer, diesmal bildeten sie die stilvolle Kulisse für die Schiffstaufe.

Gekommen waren auch einige Sportboote, deren Führer die Weserstein mit lautstarken Typhon-Signalen begrüßten. Und Förderer des Projekts wie die Politiker Gerd Hujahn, Harald Noack und natürlich Mündens Bürgermeister Harald Wegener. Er war begeistert: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, mit sehr viel Engagement und Wollen die Fahrgastschifffahrt für Hann. Münden zu retten. Mein besonderer Dank gilt all denjenigen, die nie aufgegeben haben, nach Lösungen zu suchen. Mit der Investoren- und Betreibergesellschaft sowie den Sponsoren und fleißigen Helfern haben wir die besten Voraussetzungen, die Fahrgastschifffahrt touristisch auszubauen.“

Mit ein paar Spritzern Sekt taufte Tina Herwig, Geschäftsführerin der Weserstein Touristik, das neue Mündener Ausflugsschiff auf den Namen Weserstein. Gekommen waren auch einige Sportboote, deren Führer die Weserstein mit lautstarken Typhon-Signalen begrüßten.

Dirk Minde als Vertreter der Eigentümergesellschaft ließ die Geschichte der Weserstein Revue passieren.Sie wurde 1969 in den Niederlanden gebaut, kann 150 Personen befördern und hat einen Tiefgang von nur 79 Zentimetern. „Ein Schiff, das ideal geeignet ist für die Oberweser und Fulda. Mit ihr wollen wir den Tourismus auf der Weser attraktiv halten“, sagte er. Beim Ablegen des Schiffes war wohl auch bei den vielen Zuschauern der Appetit auf eine Wesertour geweckt. Sie können sich, auf Touren auf der Weser und Fulda freuen. So erging es auch dem alten Fahrensmann Ludwig Fürste. „Heute geht es bis Hemeln und zurück“, hatte Schiffsführer Ludwig Fürste vor der Taufe angekündigt. Dabei blitzten Humor und Vorfreude aus seinen Augen.

Am Ruder: Schiffsführer Ludwig Fürste.

Nicht bekannt ist, ob er auch ein Stück von der großen Torte mit dem Bild der Weserschein darauf abbekommen hat, die die Marketing-Chefin der Mündener Sparkasse, Gabriele Schuster, als Gastgeschenk des Geldinstituts mitgebracht hatte. Für die Taufpatin Tina Herwig gab es von Bürgermeister Wegener einen Kompass als Geschenk – und viele gute Wünsche nach dem Motto „Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.“

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