"Finanzlage muss verbessert werden"

Künftiger Mündener Bürgermeister Harald Wegener spricht über  Ziele

Neuer Bürgermeister ab November: Harald Wegener. Foto:  Privat

Er tritt am 1. November sein Amt an: Harald Wegener, zum neuen Bürgermeister der Stadt Hann. Münden gewählt. Der 51-Jährige („Gemeinsam für unser Münden") setzte sich bei der Direktwahl gegen Jörg Wieland durch und löst Bürgermeister Klaus Burhenne ab. Wir unterhielten uns mit Harald Wegener.

Hann.Münden. Herr Wegener, was haben die Menschen in Münden von Ihnen zu erwarten? 

Harald Wegener: Ich werde einen Schnellstart von 0 auf 100 nicht hinlegen können. Ich habe bislang Gespräche mit dem Amtsinhaber geführt, um Einblicke zu bekommen. Als Stadt mit den zweithöchsten Schulden in Niedersachsen müssen wir natürlich schauen, wie wir die Finanzlage verbessern können, welche freiwillige Leistung wir künftig noch erbringen können.

Sind Sie ein Mangelverwalter? 

Wegener: Nein, so sehe ich das nicht. Das Beispiel Dielengraben zeigt, dass man auch mit einer sehr angespannten Haushaltslage ein attraktives Angebot in der Stadt schaffen kann.

Viele, unter anderem der Landrat sagen: Münden hat kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem. Stimmt das? 

Wegener: Es steht fest, wir müssen unsere Ausgaben noch stärker unter die Lupe nehmen.

Halten Sie es für realistisch, in ihrer Amtszeit einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen? 

Wegener: Ich will das auf keinen Fall unter dem Einfluss der sozialen Kälte in der Stadt hinbekommen. Aber wir werden ganz genau hinschauen, wo wir unbedingt Geld ausgeben müssen und wo nicht. So müssen wir beispielsweise sehen, ob die jährliche freiwillige Leistung für die Touristik richtig eingesetzt ist.

Wie meinen Sie das? 

Wegener: Wir brauchen mehr Informationen, um zielgerichtete Investitionen zu tätigen und zu bewerten. Ich halte einen Verein, so wie derzeit mit dem Tourismusverein, als Geschäftsform nicht für optimal, eine GmbH wäre besser.

Sollten die Kommunalen Dienste nicht besser unter das städtische Verwaltungsdach geholt werden? 

Wegener: Es gibt zuzeit mehrere Überlegungen. Hierzu ist Expertenwissen abschließend zu berücksichtigen.

Wie stehen Sie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WWS gegenüber? 

Wegener: Die Berichterstattung der WWS ist unprofessionell. Nehmen wir beispielsweise einen von der WWS in Auftrag gegebenen Imagefilm. Die Kosten sind völlig unklar, außerdem müsste das Projekt ausgeschrieben werden, das ist eine Bringschuld des Geschäftsführers. Meine Sorge ist, dass aufgrund dieser mangelnden Kommunikation auch der Investor für das Schwergutterminal abspringen könnte.

Sie gelten nicht gerade als Verwaltungsexperte, macht Ihnen das Bauchschmerzen? 

Wegener: Nein, meine bisherige Tätigkeit in der Landesschulbehörde ist ja auch Verwaltungsarbeit. Es gibt Ansprechpartner bei den kommunalen Spitzenverbänden. Wichtig ist mir darüber hinaus die Erfahrung der Mitarbeiter in der Verwaltung.

Wo soll Münden in sieben Jahren stehen? 

Wegener: Touristisch ist mir wichtig, über eine Namensänderung der Stadt nachzudenken. Weder durch Hann. noch durch Hannoversch vor dem Wort Münden werden wir bei der Vermarktung wahrgenommen, vielleicht ist Münden allein besser.

Aber da müsssen die Mündener mit einbezogen werden. Ich möchte Münden noch freundlicher machen, außerdem will ich weitere industrielle Ansiedlungen ermöglichen.

Wo sollen neue Gewerbeflächen entstehen? 

Wegener: Wir haben Industriebrachen, die es zu beleben gilt.

Herr Wegener, das politische Klima war in den vergangenen Jahren in Münden in Richtung Verwaltungsspitze sehr angespannt. Das kann nicht in ihrem Interesse sein. 

Wegener: Ich habe mich schon mit den Fraktionen getroffen, ich bin da wirklich sehr guter Dinge, dass ein zerrissenes Tuch hinter sich gelasen werden kann.

Von Axel Welch

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