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HNA-Redakteur Michael Caspar starb unerwartet in der Redaktion - ein Nachruf

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Michael Caspar arbeitete als Redakteur in der Hann. Mündener HNA-Redaktion.
Michael Caspar arbeitete als Redakteur in der Hann. Mündener HNA-Redaktion. © Jens Döll

Trauer um Michael Caspar: Der Mündener HNA-Redakteur starb plötzlich und unerwartet in der Redaktion. Ein Nachruf.

Michael Caspar war durch und durch Journalist. Einer, der zuhören konnte, der die Themen erkannte, der nachfragte und der Artikel lesbar aufschrieb. Gerne feilte er noch an der einen oder anderen Passage, strich weg, fügte hinzu, formulierte um.

Wenn die Kollegen sich langsam in den Feierabend verabschiedeten, blieb er. Dann überarbeitete er noch manche Stelle oder schrieb an neuen Texten. Am vergangenen Montagabend war wieder so ein Abend. Die Kollegen hatten die Redaktion bereits verlassen. Caspar hatte sein schwarzes Notizbuch mit hunderten Einträgen auf dem Schreibtisch aufgeklappt, ein Glas Wasser daneben, den Computer an. Völlig unerwartet brach er plötzlich zusammen und starb in der Redaktion. Michael Caspar wurde 59 Jahre alt.

Der gebürtige Bielefelder studierte an der Universität Göttingen von 1983 bis 1991 Sozialwissenschaften. Als Diplom-Sozialwirt blieb er an der Uni und war zwei Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Zentrum für Europa- und Nordamerikastudien tätig. Zu dieser Zeit hatte er bereits sein Herz für den Journalismus entdeckt. Caspar produzierte zahlreiche Artikel für Nachrichtenagenturen wie ddp und epd, aber auch Texte für das Bistum Hildesheim und die Jüdische Allgemeine. Ab 2002 war er als Freischaffender vor allem für das Göttinger Tageblatt tätig. Michael Caspar schrieb über alle möglichen Themen in und um Göttingen, leistete unzählige Dienste und besetzte etliche Termine.

Seine Arbeit war aber nicht nur Masse. 2004 wurde ihm für seine journalistische Arbeit der renommierte Göttinger Alexanderpreis zugesprochen, 2016 belegte er den dritten Platz. Ab 2020 war er vor allem für die HNA tätig. Caspar war einer vom Schlag „rasender Reporter“. So lieferte er Artikel für unsere Ausgaben in Witzenhausen, Hann. Münden, Northeim und besonders für unsere Göttingen-Seiten. Und der überaus verlässliche wie korrekte Caspar war stets ein kreativer Kopf, auch beim Suchen und Finden von Artikelideen: Beinahe wöchentlich landete im E-Mail-Fach der Redaktionen eine Liste mit Themenvorschlägen.

Die HNA erkannte den Wert seiner Arbeit und stellte ihn zum 1. September 2022 als 59-Jährigen fest als Redakteur für unsere Mündener Allgemeine ein. Michael Caspar dankte es uns mit hintergründigen Recherchen, zahlreichen Ideen und vielen Terminen, die er für uns wahrnahm.

Er freute sich, in seinem Alter „noch einen festen Platz gefunden zu haben“. Vor allem aber war er dankbar, das tun zu dürfen, was seine Leidenschaft war: Artikel schreiben. Während er am vergangenen Montag dieser Leidenschaft nachging, wurde er plötzlich und ohne Vorwarnung aus dem Leben gerissen. Der zurückhaltende, ja eigene, mit einem verschmitzten Humor ausgestattete Michael Caspar hinterlässt eine große Lücke: als Mensch, als sehr angenehmer Kollege und als hervorragend in der Region Südniedersachsen/Nordhessen vernetzter Journalist.

Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

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