Forderungen eines potenziellen Investors

Betriebsversammlung: Mündener Kliniken droht Arbeitsplatzabbau

Hann.Münden. Den beiden Krankenhäusern in Hann. Münden droht offenbar ein Arbeitsplatzabbau. Das wurde bei Betriebsversammlungen bekannt.

Die Partei Die Linke, Kreisverband Göttingen/Osterode, erklärte, dass bei Verkauf der Krankenhäuser an einen neuen Eigentümer 151 der 541 Stellen wegfallen werden. Diese Zahl habe der Insolvenzverwalter der Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste (AWO GSD) bei Betriebsversammlungen genannt - als Forderung des potenziellen Investors. Außerdem sollen die Beschäftigten mindestens zwei Jahre auf ihr Weihnachtsgeld verzichten, so die Linke.

Eigenverwaltung der AWO GSD und der zuständige Sachverwalter teilten mit, auf Grundlage des Personalkonzepts eines potenziellen Investors für die Übernahme des Klinikum Hann. Münden werde mit den Belegschaftsvertretern verhandelt.

Julia Niekamp, Gewerkschaftssekretärin von Ver.di, sagte, der Insolvenzverwalter habe als Forderung des Investors vom Abbau von 151 Vollzeitstellen gesprochen, allerdings bezogen auf die gesamte AWO GSD, also einschließlich Bad Münder. Die Krankenhäuser in Münden seien am stärksten betroffen, so Niekamp. Gewerkschaft und Betriebsräte kämpfen nach ihren Worten um den Erhalt der Jobs und der Tarifstandards. Die Gewerkschaft verhandele über einen Sanierungstarifvertrag. Die Forderungen des Investors lauten: Drei Jahre Verzicht auf Weihnachtsgeld und Verzicht auf Lohnerhöhung bis Ende 2018.

Der Vertreter des Bieterkonsortiums, Dr. Reinhard Wichels, widerspricht den Aussagen von Linke und Ver.di, wonach der Investor den Wegfall von 151 Vollzeitarbeitsplätzen an den Kliniken in Münden fordere. Die Zahl stamme nicht vom Investor. Dieser überlege, wie viele Beschäftigte übernommen werden können, um das Klinikum in den nächsten eineinhalb Jahren zu erhalten und langfristig weiterzubetreiben. Wie viele Mitarbeiter das sein werden, dazu nannte Wichels keine Zahl.

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Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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