Mündener Kliniken: 83 Mitarbeiter nicht übernommen

Bauarbeiten am Klinikum: Auch bei Minustemperaturen gehen die Arbeiten am Vogelsang weiter. Vorn der eingerüstete erweiterte Funktionstrakt, im Hintergrund das neue Bettenhaus. Foto: Welch

Hann. Münden. 83 Beschäftigten der beiden Mündener Krankenhäuser hat der Insolvenzverwalter der Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste angeboten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln.

Das berichtet Rechtsanwalt Martin Bretzler unter Berufung auf Angaben des Insolvenzverwalters Dr. Rainer Eckert. Jurist Bretzler vertritt die Interessen der Beschäftigten des Krankenhauses Hann. Münden, die vor kurzem komplett ins Krankenhaus Nephrologisches Zentrum Niedersachsen am Vogelsang in Hann. Münden umgezogen sind.

Die Transfergesellschaft, in der Beschäftigte qualifiziert werden sollen, damit sie in einen neuen Job vermittelt werden können, wird bis zu sechs Monate bestehen. Sie soll ihre Arbeit am 1. Februar beginnen, teilte Bretzler mit.

Wie berichtet, werden insgesamt 100 Beschäftigte an allen Standorten der insolventen AWO GSD vom neuen Eigentümer nicht übernommen. Zum 1. Februar wird eine Investorengruppe aus der Medizintechnikbranche, die vom Unternehmensberater Dr. Reinhard Wichels vertreten wird, das Nephrologische Zentrum Niedersachsen in Hann. Münden sowie die Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder übernehmen sowie außerdem die Gesundheitsdienste Präventions- und Rehabilitationsgesellschaft, zu der das Physikalische Therapiezentrum in Hann. Münden gehört. Die wesentlichen Kaufverträge sind unterschrieben, noch fehlt aber der Abschluss eines Sanierungstarifvertrags. Bis Ende Januar hofft der Insolvenzverwalter auf einen Abschluss, bislang liegt ein Eckpunktepapier vor.

Anwalt Bretzler und die Gewerkschaftssekretärin von Ver.di in Göttingen, Julia Niekamp, erklärten, die Gründung der Transfergesellschaft sei unter den Bedingungen des Insolvenzrechts als Erfolg der Betriebsräte zu werten. Die Auswahl der Beschäftigten, die vom neuen Eigentümer nicht übernommen werden, habe der Arbeitgeber getroffen. Die Betriebsräte hätten erreicht, Mitarbeiter von der Liste herunterzunehmen, aber es gebe soziale Härten. Bis Freitag, 22. Januar, müssen sich die 83 Beschäftigten am Standort Münden, die nicht übernommen werden, entscheiden, ob sie der Transfergesellschaft beitreten. Wer in die Gesellschaft wechselt, erhält Transfer-Kurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes I (67 Prozent des Gehaltes) sowie vom Arbeitergeber einen Zuschlag von 13 Prozent.

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