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Mündener Optiker verkauft jetzt Brillen aus recyceltem Kunststoff

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Von: Hannah Köllen

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Meere von Plastikmüll befreien: Verena Albrecht von Berndt Die Optik in Hann. Münden verkauft Brillen aus recyceltem Material.
Meere von Plastikmüll befreien: Verena Albrecht von Berndt Die Optik in Hann. Münden verkauft Brillen aus recyceltem Material. © HANNAH KÖLLEN

Beim Mündener Augenoptiker Berndt Die Optik können Kunden Brillenfassungen aus recyceltem Meereskunststoff kaufen. Produziert werden sie von dem spanischen Unternehmen Sea2See. 

Hann. Münden – „Jede Sekunde landen 256 Kilogramm Plastik in unseren Ozeanen“, so heißt es von dem spanischen Unternehmen Sea2See, das Brillen und Uhren aus recyceltem Meereskunststoff herstellt. Der Mündener Optiker Berndt Die Optik ist seit dem Jahr 2019 Vertreiber dieser nachhaltigen Brillenfassungen. „Wir haben Sea2See auf einer Optikermesse in München entdeckt und waren sofort begeistert von der Idee“, sagt Verena Albrecht, Geschäftsführerin von Berndt Die Optik. Sie war nicht nur wegen des Gedankens der Umwelthilfe überzeugt: „Sea2See schafft auch Arbeitsplätze für die Menschen in den Meeresregionen“, sagt Albrecht.

Fischer in Westafrika, Spanien und Frankreich sammeln den Plastikabfall aus den Meeren. Anschließend wird das Plastik klassifiziert und getrennt, bevor daraus upgecycelte Kunststoffpellets entstehen. Aus diesen Pellets werden dann in Italien die nachhaltigen Brillen hergestellt. Brillen von Sea2See gibt es seit dem Jahr 2016. Seit November 2020 stellt das Unternehmen außerdem Uhren aus Meereskunststoff in der Schweiz her.

Ein Kilo Abfall pro Brille

Der Kauf einer Brille von Sea2See befreie die Meere von einem Kilo Kunststoffabfall, heißt es von dem Unternehmen. Die Brillen sind laut Sea2See zu 100 Prozent aus recyceltem maritimen Plastikabfall hergestellt worden. „Lediglich das Federscharnier ist aus Metall“, sagt Optikerin Albrecht. Das Scharnier benötige jede Brille, um die Bügel bewegen zu können. „Unser Ziel ist es, ein globales Bewusstsein für die Probleme der Plastikverschmutzung der Ozeane und der nicht nachhaltigen Modeindustrie zu schaffen“, heißt es von Sea2See.

Durch den Verkauf von „stilvollen Produkten“ sollen die Menschen „zu einem Teil des Wandels“ werden. Beim Mündener Optiker würden die nachhaltigen Brillen von den Kunden sehr gut angenommen. „Viele Menschen legen mittlerweile Wert auf nachhaltige Produkte“, sagt Optikerin Albrecht.

Gestelle auch optisch schön

Einmal jährlich bestellt sie die neue Kollektion von Sea2See. Bis zu 40 Modelle ordert die Optikerin dann, darunter Fassungen für Damen, Herren und Kinder sowie Sonnenbrillen. „Der Absatz dieser Brillen ist steigend“, sagt Albrecht. Mit einem Preis zwischen 119 Euro und 149 Euro pro Fassung lägen die Modelle absolut im Preisrahmen für recycelte Brillen. Zum Vergleich: „Eine Holzbrille kostet zwischen 300 Euro und 800 Euro“, sagt sie. Das Material der Sea2See Brillen sei super, bisher habe sie noch nichts Gegenteiliges von ihren Kunden gehört, so Albrecht. Auch optisch ständen sie anderen Brillenfassungen in nichts nach.

Abgesehen vom Verkauf der nachhaltigen Gestelle achte sie grundsätzlich darauf, nur Produkte zu verkaufen, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden. „Alle unsere Brillenfassungen kommen aus dem europäischen Raum und die Gläser wurden alle in Deutschland hergestellt“, sagt Albrecht. Ihre Kunden bitte sie, nicht mehr genutzte Brillen an sie zurückzugeben. „Die gehen dann an die Dritte Welt, wo sie dringend benötigt werden.“

Im Einsatz für die Meere

Die Plastikverschmutzung der Meere wird weltweit immer mehr zum Problem. Daran wollte François van den Abeele, der viele Jahre in Entwicklungsländern gelebt und die Folgen der Verschmutzung der Meere erlebt hat, etwas ändern: Der Gründer und Geschäftsführer von Sea2See begann im Jahr 2016 mit der Produktion von Brillenfassungen aus recyceltem Meereskunststoff. Heute beliefert er 3000 Optikerläden mit seinen Produkten.

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