Mündener Rathaus bald leer - oder saniert?

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Gerüst steht noch: An der Seite zur Blasiuskirche sind noch Spuren der Dachsanierung zu erkennen. Laut Stadt sind die Reparaturarbeiten am Dach beendet. 

Hann.Münden. Die Sanierung des Rathausdaches in Hann. Münden ist abgeschlossen. Damit ist die Arbeit aber noch lange nicht beendet.

Das historische Gebäude weist starke bauliche Mängel auf - weiteres Geld muss in die Hand genommen werden, um den markanten Bau in Mündens Mitte nicht verkommen zu lassen. Angesichts der arg eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten für die Stadt eine Herkulesaufgabe. Von einer kompletten 90-prozentigen Förderung der Sanierung, auf die der SPD-Ratsherr Bernd Neander in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses noch einmal verwies, muss die Stadt Abstand nehmen. Der Rat hatte unlängst beschlossen, dass die Stadt lediglich mit einer zehnprozentigen Beteiligung an der Sanierung beteiligt sein soll. Bürgermeister Harald Wegener und Reiner Cohrs vom städtischen Fachdienst Liegenschaften und Sanierungen verweisen darauf, dass eine 90-Prozent-Bezuschussung unrealistisch sei.

Zuschuss

Hingucker im Inneren: Das Rathaus in Hann.Münden zieht immer wieder Touristen an.

Es sei nun geklärt worden, dass für die Sanierung Geld als Investitionszuschuss aus dem sogenannten Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) des Bundes verwendet werden könne, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ein erster Bauabschnitt und die weiteren Maßnahmen in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Dafür werden nach einer Beschlussvorlage über 1,2 Millionen Euro KIP-Geld verwendet, die Stadt muss aber einen Eigenanteil beisteuern. Das wären rund 600 000 Euro, um die Maßnahme mit Gesamtplanung in Angriff nehmen zu können.

Am Ende entscheidet der Rat

Der städtische Ausschuss schlägt nun dem Verwaltungsausschuss vor, das Geld freizugeben, um die Investitionsförderung zu bekommen, am Ende entscheidet der Rat darüber. Der Rat muss beschließen, ob die 600 000 Euro, für die es kein Fördergeld gibt, ausgegeben werden sollen. Sollte das der Fall sein, muss die Stadt sehen, wie sie diesen Anteil finanziert bekommt.

Mängel unverkennbar: Dass saniert werden muss, ist sichtbar.

Lediglich der Ratsherr von Münden Aktiv (Müna), Dr. Manfred Albrecht, stimmte dagegen: „Ich wundere mich, wie hier diskutiert wird.“ Eigentlich wolle man doch den Haushalt der Stadt „in Ordnung bringen“, und dann werde hier wieder Geld ausgegeben. Ratsherr Kevin Barth (SPD) enthielt sich.

Millionenaufgabe

Reiner Cohrs sagte vor dem Beschluss: „Wenn wir nichts tun, wird das Rathaus bald leer stehen.“ Allein der Brandschutz ist nicht mehr gewährleistet, und ein behindertengerechter Ausbau sieht anders aus. Die Planungen für das Rathaus und der erste Bauabschnitt belaufen sich voraussichtlich auf etwa 1,8 Millionen Euro. Die weiteren Sanierungsstufen werden nach derzeitigem Stand voraussichtlich noch einmal 5,3 Millionen Euro kosten. 

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