Herbst und Winter

Mündener Tafel sucht eine Lösung für den Winter

Im Geschwister-Scholl-Haus bereiten der erste Vorsitzende der Mündener Tafel, Peter Martin, und die ehrenamtlichen Mitarbeiter alles für die Essensausgabe vor.
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Im Geschwister-Scholl-Haus bereiten der erste Vorsitzende der Mündener Tafel, Peter Martin, und die ehrenamtlichen Mitarbeiter alles für die Essensausgabe vor.

Wegen Personenbeschränkungen müssen die Tafel-Kunden in Hann. Münden vor der Tür auf gepackte Tüten mit Lebensmitteln warten. Bisher funktioniert das, aber nun wird es kalt draußen.

Hann. Münden – „Noch im Lockdown haben die Leute angerufen und gesagt: Wir brauchen Lebensmittel“, berichtet Peter Martin, erster Vorsitzender des Vereins Mündener Tafel. Nach vier Wochen hätten sie deshalb wieder aufgemacht. Natürlich unter den geltenden Sicherheitsbestimmungen – Maskenpflicht, Abstand und beschränkte Personenzahl.

Auf ihre Lebensmittel müssen die Tafelkunden daher draußen warten. „Im Sommer war es schön, aber jetzt wird es kälter. Wir müssen sehen, wie wir das regeln können“, sagt Martin, der kürzlich mit Barbara Jankowski und Bärbel König-Dreyer einstimmig als Vorstand wiedergewählt wurde.

Dass die Tafel für viele wichtig ist, ist kein Geheimnis. Kunden gebe es zahlenmäßig genauso viele wie vor der Pandemie, „aber die Struktur hat sich verändert“, berichtet der Vorsitzende. „Früher hatten wir viele ältere Leute, aber viele von ihnen sind coronabedingt weggeblieben, weil sie Risikogruppe sind.“ Dafür seien mehr junge Leute und Menschen mittleren Alters gekommen – weil sie durch die Auswirkungen der Coronakrise in Kurzarbeit geraten oder arbeitslos geworden sind.

Tafel in Hann. Münden: Ausgabe läuft anders

An den veränderten Ausgabeprozess haben sich die Kunden gewöhnt. Sie warten draußen, geben ihre Tüten bei den Mitarbeitern ab, die diese füllen. Die fertig gepackten Tüten holen sich die Kunden dann ab. Maximal zwei Leute gleichzeitig dürfen dafür das Geschwister-Scholl-Haus über einen Seiteneingang betreten und ihre Tüten entgegennehmen. Dann müssen sie das Gebäude über den Vorderausgang wieder verlassen.

Dass auch beim Warten der Abstand eingehalten wird, darauf achten die Mitarbeiter der Tafel. An einem normalen Ausgabetag kommen zwischen 60 und 90 Personen. Mit den Tafel-Lebensmitteln werden so insgesamt 400 bis 500 Personen versorgt, rechnet man die Familienangehörigen mit ein.

„Zu den Stoßzeiten stehen dann schon mal 60 Personen draußen“, erklärt Martin. „Da ist natürlich besonders wichtig, dass der Abstand gewahrt und die Masken getragen werden.“ Das sei auch zum Schutz der Ehrenamtlichen essenziell, sagt er, denn auch viele der Mitarbeiter gehören einer Risikogruppe an.

Tafel in Hann. Münden: kalte Temperaturen und Lockdown

Im Moment sei das so noch machbar, aber die Temperaturen sinken. Dann können die Leute nicht mehr draußen auf ihre Lebensmittel warten. „Wir müssen mit der Stadt reden, ob wir den Saal verwenden können, wenn Stühle aufgestellt sind, die den richtigen Abstand haben.“ Die Wartesituation allein sei problematisch genug.

Was die Lage zusätzlich erschweren würde, wäre ein erneuter Lockdown. „Wenn noch mal ein Lockdown kommt, weiß ich nicht, ob wir den Betrieb aufrechterhalten können, mit den Personenbeschränkungen“, sagt der Vorsitzende. Zurzeit funktioniere es und sowohl Kunden als auch Läden seien froh darüber. Wie es weitergeht, müsse man sehen. Von Sarah Schnieder

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