Neue Brücke

Mündener Weserbrücke in der Schwebe

Die Weserbrücke in Hann. Münden ist baufällig und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Nach einem Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts müssen die Pläne überarbeitet werden. Der ursprüngliche Zeitplan ist nicht mehr einzuhalten. ARCHiv
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Die Weserbrücke in Hann. Münden ist baufällig und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Nach einem Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts müssen die Pläne überarbeitet werden. Der ursprüngliche Zeitplan ist nicht mehr einzuhalten.

Wann mit dem Bau der neuen Weserbrücke begonnen werden kann, und wie das baufällige alte Bauwerk bis dahin genutzt werden kann, ist weiter unklar.

Hann. Münden – Nach dem Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts, dass der Planfeststellungsbeschluss des Landkreises Göttingen für das neue Bauwerk rechtswidrig und nicht vollziehbar ist, steht fest, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Der sah vor, dass Ende 2022 der Verkehr über die neue Brücke fließen soll. Denn dann läuft die Restnutzungszeit aus, also der Zeitraum, in dem das Bauwerk in der jetzigen Form noch sicher betrieben werden kann.

Bei einer veranschlagten Bauzeit von zwei Jahren ist das nicht mehr erreichbar. Nach Angaben von Udo Othmer, Leiter der zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Gandersheim, überprüfen Statiker derzeit, ob eine Verlängerung der Nutzungsdauer möglich ist. Aus diesen Untersuchungen könne sich ergeben, dass die Brücke zwar weiter befahren werden dürfe, aber nur in eingeschränkter Form. So sei denkbar, nur noch zwei der vier Fahrspuren für den Verkehr freizugeben oder eine Tonnagebeschränkung vorzuschreiben. Er rechne mit Klarheit in zwei bis drei Monaten, so Othmer.

Seine Behörde ist zuständig, weil die Brücke Teil der Bundesstraßen 3 und 80 ist. Gleichzeitig, so Othmer weiter, liefen Bemühungen sich noch mit dem Mündener Bauverein gütlich zu einigen. Der Bauverein hatte die Klage vor dem Oberverwaltungsgericht eingereicht. Er befürchtet, dass der Verkehrslärm für die Mieter seines Hauses an der Veckerhäger Straße deutlich zunehmen wird, sollte die neue Brücke wie geplant neben der bisherigen flussabwärts errichtet werden. Das mehrstöckige Gebäude mit 20 Wohnungen steht in unmittelbarer Nachbarschaft. Die neue Brücke liege dann etwa 15 Meter näher an dem Haus als die bisherige, erläutert Jörg Wieland, Geschäftsführer und hauptamtliches Vorstandsmitglied des Bauvereins, den Hintergrund. Er plädiert dafür, den jetzigen Standort beizubehalten.

Die Weserbrücke in Hann. Münden ist Teil der Bundesstraßen 3 und 80.

Neben der Überprüfung der Nutzungsdauer der Brücke laufe Othmers Angaben zufolge auch die Überarbeitung der Planfeststellungsunterlagen in den Bereichen, die vom Gericht beanstandet worden seien.

Der Landkreis Göttingen, der als Träger des bemängelten Planfeststellungsverfahrens zunächst erwogen hatte, Beschwerde einzulegen, weil das Gericht eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen hatte, hat nach einer Überprüfung darauf dann doch verzichtet, wie ein Sprecher mitteilte. (Ekkehard Maass)

Kreisel soll die beiden Ampel-Kreuzungen ersetzen

Nach den bisherigen Plänen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr soll nicht nur eine neue Brücke gebaut werden, auch die Auffahrten werden umgestaltet. Kreisverkehre sollen die beiden Ampel-Kreuzungen ersetzen. Gebaut werden soll die circa 210 Meter lange und etwa 15 Meter breite Brücke neben dem bestehenden Bauwerk stromabwärts.

Vorgesehen sind Geh- und Radwege an beiden Seiten und jeweils eine Fahrspur für den Autoverkehr. Bisher gibt es in beide Richtungen zwei Fahrspuren, von denen jeweils eine eine Abbiegespur ist. Laut Verkehrsbehörde seien diese künftig nicht mehr nötig, weil der Verkehr dann an beiden Seiten über die Kreisverkehre läuft. Wenn die neue Brücke fertig ist, soll das bisherige Bauwerk aus dem Jahr 1961 abgerissen werden. (ems)

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