Sein Herz schlägt für die Botanik

Volker Meng wacht über Mündens Klima

Im Grünen fühlt er sich am wohlsten: Mündens erster Klimaschutzbeauftragter Volker Meng im Interkultureller Garten am Tanzwerder.
+
Im Grünen fühlt er sich am wohlsten: Mündens erster Klimaschutzbeauftragter Volker Meng im Interkultureller Garten am Tanzwerder.

Seit Juli ist Mündens erster Klimaschutzbeauftragter im Amt. In den kommenden sechs Jahren wird er die Stadt ehrenamtlich beraten.

Er sitzt zurückgelehnt, die Hände gefaltet und auf der Tischplatte abgelegt. Volker Meng ist Hann. Mündens erster Klimaschutzbeauftragter. An seinem rechtem Ringfinger glänzt ein schmaler goldener Ehering, am linken Ohrläppchen ein kleiner Ohrring.

Anfang Juli hat er sein Amt angetreten: „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe“, sagt der Mann, der ein großes Herz für Botanik hat.

Klimaschutz: Volker Meng berät Stadt Münden

Seit 18 Jahren lebt Meng mit seiner Frau Reinhild in Hemeln. Die zwei erwachsenen Söhne Moritz und Constantin sind bereits ausgezogen. „Als wir damals das Haus gekauft haben, entschied sich meine Frau für das Gebäude, ich mich für den Garten“ scherzt er.

Auf 1550 Quadratmetern kann sich Meng seitdem verwirklichen. „Zu Beginn haben die Nachbarn häufig über meine blühende Wiese gescherzt und gefragt, ob mein Rasenmäher kaputt sei“, erzählt er grinsend. Aber ein perfekter Englischer Rasen sei einfach nicht nach seinem Geschmack.

Wollte schon als Kind mit Pflanzen arbeiten

Mündens Klimaschutzbeauftragter wurde in Höxter, Nordrhein-Westfahlen geboren. Seine Liebe für Grün- und Blühpflanzen begleitet ihn schon seit der Kindheit: „Ich habe mit meiner Oma Kräuter für Tee gesammelt, Wildäpfel für Gelee gepflückt und hatte meinen eigenen kleinen Gemüsegarten, in dem ich mich austoben konnte.“ 

Diese Erfahrungen haben ihn positiv geprägt und seinen Berufswunsch schon früh gefestigt. Und so absolvierte Meng von 1973 bis 1976 eine Gärtnerlehre.

Auf die Frage, ob er in seiner Schulzeit mal in Erwägung gezogen habe, beispielsweise Betriebswirtschaftslehre zu studieren, antwortet er lachend: „Nein, ich wusste schon als Kind, dass ich in die Botanik will. Um die BWL kümmert sich mein Sohn Constantin.“

Uni Göttingen: Meng ist Technischer Leiter des Forstbotanischen Garten

Von 1980 bis 1984 studierte Meng Gartenbau in Weihenstephan, Oberbayern. 1993 wurde er dann Technischer Leiter vom Forstbotanischen Garten der Universität Göttingen, wo er inzwischen seit 27 Jahren tätig ist. 

Dort beschafft er beispielsweise Pflanzenmaterial für Lehre und Forschung, bearbeitet Anfragen zur Pflanzenbestimmung, unterrichtet auch Studenten in Pflanzenkunde.

Klimaschutzbeauftragter mit Vorliebe für Schneeglöckchen

Wenn Meng über Botanik spricht, leuchten seine Augen, man merkt ihm seine Begeisterung an. Als er nach seinen Lieblingspflanzen gefragt wird, gestikulieren die sonst ruhigen Hände: „Ich habe eine Geophyten-Macke“, sagt er und schmunzelt. 

Im nächsten Atemzug erklärt er im Detail, was das eigentlich ist. Die Kurzfassung: Blumen wie beispielsweise Schneeglöckchen und Krokusse. „Die liefern eine richtige Blütenshow ab“, schwärmt Meng.

Will das Stadtklima verbessern

In seiner Freizeit und für die Arbeit verreist er gerne: „Immer an verschiedene Orte, sonst wird es langweilig.“ Doch diesen Sommer fällt der Urlaub coronabedingt aus. Meng will die Zeit stattdessen in seinem Garten nutzen, um Dachbegrünung auf einem Schuppen anzubringen. „Den ein oder anderen Tagesausflug werden meine Frau und ich aber sicher trotzdem machen.“

In seiner zunächst sechsjährigen, ehrenamtlichen Position als Klimaschutzbeauftragter will der passionierte Kanufahrer seinen Fokus darauf legen, das Stadtklima zu verbessern. Er möchte dafür verschiedene Baumarten und mehr Straßenbegleitgrün pflanzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.