Bedingungen haben sich verschlechtert

Museum der Arbeit in Hann. Münden schließt: Ehrenamtliche schaffen Arbeit nicht mehr

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Turm mit Geschichte: Fährenpfortenturm, Hagelturm, Natermannturm - seine Namen weisen auf die verschiedenen Funktionen hin. Heute beherbergt der mittelalterliche Turm das Museum der Arbeit in  Hann. Münden. 

Hann. Münden. Das Museum der Arbeit im Hagelturm in Hann. Münden wird in diesem Jahr nicht öffnen. Das teilt der Vorstand des Arbeitergeschichtsvereins mit.

Es gibt daher auch kein Turmfest - was sonst immer am 1. Mai zur Saisoneröffnung gefeiert wurde. Die Entscheidung sei in der Jahreshauptversammlung gefallen, so Vorsitzende Dr. Karin Gille-Linne.

„Der Betrieb des Museums kostet die Ehrenamtlichen eine Menge Kraft - brachte aber in den vergangenen Jahren dafür auch eine Menge Freude“, erläutert Dr. Gille-Linne dazu. „Öffnungszeiten gewährleisten, Führungen und Museumsfeste organisieren, Öffentlichkeitsarbeit, die Räume und die 165 Treppenstufen reinigen und vieles mehr gehören dazu. Im Herbst haben wir auch einen Heiratsantrag auf dem Turm möglich gemacht. Aber insgesamt haben sich in den letzten zwei Jahren die Bedingungen so massiv verschlechtert, dass wir nun den Museumsbetrieb für 2017 einstellen werden.“

Die Arbeit des Vereins werde durch Entscheidungen der Politik und der Verwaltung erschwert, heißt es weiter. Der Verein bekomme keine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt. Ein Zuschuss in Höhe von 720 Euro, der zunächst halbiert und für 2016 ganz gestrichen wurde, galt der Teildeckung der Kosten, die der Verein als Miete zur Nutzung zweier kleiner Räume im Erdgeschoss (jährlich etwa 720 Euro) an die Stadt zu zahlen habe. Spielräume zur Finanzierung von Ausstellungen und Veranstaltungen seien erheblich eingeengt. Das Nachbargebäude und der zum Turm führende Hof wurden verkauft. Die Möglichkeit zum Ausbau des Industriemuseums oder zur Bewirtschaftung der Hoffläche weitestgehend eingeschränkt.

Das Museum der Arbeit im Natermannturm zeigt die Hagelschrotproduktion. 

Nun habe die Jahreshauptversammlung den Vorstand beauftragt, die Vereins- und Museumsarbeit neu zu ordnen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt soll vertraglich geregelt werden und auch Versicherungsfragen müssten geregelt, ein Betreiberkonzept erarbeitet und Fragen der baulichen Unterhaltung geklärt werden. Ein massives Problem stellten zum Beispiel in den vergangenen Jahren die Halmfliegen dar, die den Turm in Massen besiedelten und nur schwer zu bekämpfen und zu beseitigen waren.

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