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Werk von Gustav Eberlein: Erinnerungen an den kleinen Anzio

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Von: Bettina Wienecke

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Bezaubernd und innig: Eberleins Zeichnung zeigt Helene mit dem gemeinsamen Sohn Anzio. Er starb im Alter von nur drei Jahren.
Bezaubernd und innig: Eberleins Zeichnung zeigt Helene mit dem gemeinsamen Sohn Anzio. Er starb im Alter von nur drei Jahren. Das rechte Bild, ein von Hermann Barrenscheen 1921 signiertes Ölgemälde, zeigt Helene im Alter von 68 Jahren. Repros: Bettina Wienecke © Bettina Wienecke

Der Künstler Gustav Eberlein verewigte seinen Sohn kurz vor seinem Tod in einer Zeichnung. Das Werk konnte im Mündener Stadtmuseum im Welfenschloss begutachtet werden.

Hann. Münden – Nach der Ausstellung „Von Münden in die Welt!“, die anlässlich des 175. Geburtstages des Bildhauers, Malers und Poeten Gustav Heinrich Eberlein (1847-1926) stattfand, bleibt das Städtische Museum im Welfenschloss noch bis Anfang April 2023 geschlossen.

Auch bei dieser Sonderausstellung gelang es dem Verein Gustav-Eberlein-Forschung, bisher nicht gezeigte Leihgaben aus Privatbesitz zu präsentieren. Besonders anrührend ist Eberleins Zeichnung, die seine erste Frau Helene mit dem Sohn Anzio zeigt.

Der Kleine starb im Alter von drei Jahren an Diphtherie. Gustav Eberlein, der später zum Professor ernannt wurde, heiratete die 20-jährige Helene von Frankenberg und Ludwigstein im Jahr 1873, die Ehe wurde 18 Jahre später geschieden. Interessant ist daher auch das Gemälde, das Helene Eberlein in späteren Jahren mit 68 Jahren zeigt. Hermann Barrenscheen (1882-1953) hat es im Jahr 1921 signiert.

Ein von Hermann Barrenscheen 1921 signiertes Ölgemälde, zeigt Helene im Alter von 68 Jahren.
Ein von Hermann Barrenscheen 1921 signiertes Ölgemälde, zeigt Helene im Alter von 68 Jahren. © Bettina Wienecke

Er porträtierte sie als immer noch schöne Frau mit großer Ausstrahlung. Wer die Ausstellung, die kürzlich endete, verpasst hat, wird die Zeichnung und das Gemälde wohl auch später im Museum betrachten können.

Es heißt, die Leihgeberin habe erwogen, die Werke dem Museum zu überlassen. Bereits in der Schau „Eberlein neu entdecken!“, die zu Eberleins 170. Geburtstag im Jahr 2017 im Städtischen Museum stattfand, waren bisher ungezeigte Exponate zu sehen. Besonders anrührend war damals Eberleins Porträt aus Privatbesitz, das den 1878 geborenen Anzio Eberlein mit blondem Lockenkopf zeigt. Das Bild entstand im Jahr 1881, als noch niemand ahnen konnte, dass der Kleine wenig später erkranken und sterben würde. 1892 heiratete Gustav Eberlein seine zweite Frau Maria, geb. Gräfin von Hertzberg, Tochter des preußischen Generalmajors Julius von Hertzberg.

In der Dauerausstellung des Museums ist eine Gipsbüste der wunderschönen Künstlerin zu sehen. Gustav Eberlein hat das Abbild von Maria Eberlein, mit der er bis 1912 verheiratet war, in zahlreichen Werken festgehalten. Sie galt als seine Muse und wurde in Gips sowie in Zeichnungen und Gemälden von ihm verewigt.

Das Städtische Museum am Schlossplatz 5 wird nach seiner Winterpause Anfang April 2023 wieder öffnen. (Bettina Wienecke)

Infos unter:

hann.muenden.de und gustav-eberlein.org

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