Nachfrage steigt

Musikschule des Landkreises Göttingen bleibt bestehen

Der Unterricht geht weiter: Die Schülerzahlen haben sich stabilisiert (Symbolbild).
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Der Unterricht geht weiter: Die Schülerzahlen haben sich stabilisiert (Symbolbild).

Die Kreismusikschule soll weitergeführt werden. Das hat der Göttinger Kreistag in seiner Sitzung entschieden.

Landkreis Göttingen – Noch 2018 hatte der Kreistag beschlossen, die Kreismusikschule zum 30. Juni 2022 zu schließen. Diese Entscheidung ist damit hinfällig. Als Grund wurde damals die wirtschaftliche und organisatorische Situation angeführt. So waren die Schülerzahlen auf zwischenzeitlich unter 1500 Schüler gesunken, es gab keine pädagogische Musikschulleitung und ein steigendes Defizit. Eine Übernahme durch andere Träger, wie beispielsweise einen Verein, scheiterte.

Laut Verwaltung ergeben sich, auch wegen der Einstellung einer pädagogischen Fachkraft zum 1. Januar 2021, Möglichkeiten, die Musikschule zu sanieren und das Angebot zu erhalten, auch ohne die Unterstützung eines weiteren Trägers.

Bis zum Beginn der Corona-Pandemie hätten sich die Schülerzahlen wieder stabilisiert. Zuletzt habe die Musikschule die steigende Nachfrage sogar nicht mehr decken können. Zum 30. Juni 2019 seien 2121 Schüler in 18 Kommunen unterrichtet worden, davon 258 im Einzelunterricht, 871 im Gruppenunterricht und 992 bei Kooperationen. Eine Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas würden zudem stärker nachgefragt.

CDU-Kreistagsmitglied Sigrid Jacobi gestand ein, dass in der Vergangenheit im Aufsichtsrat Fehler gemacht worden seien. Der Erhalt der Kreismusikschule sei ein wichtiges Zeichen für die Chancengleichheit von Kindern im Kreis Göttingen. Besonders freue sie sich darüber, dass die Eltern sich nicht vom Schließungsbeschluss hätten irritieren lassen, sondern stattdessen unbeirrt ihre Kinder weiter an der Musikschule angemeldet hätten, so Jacobi.

Parteiübergreifende Freude im Göttinger Kreistag über Erhalt der Kreismusikschule

Dr. Michael Bonder (SPD) erklärte, dass eine Schließung das Ende des Musikangebots in der Fläche bedeutet hätte. Nun gehe es darum, zu überlegen, was eine wirksame und tragfähige Musikschule in Zukunft ausmache.

Dr. Eckhard Fascher (Die Linke) begrüßte die Entscheidung, die Kreismusikschule nicht zu schließen. Er mahnte aber auch an, dass mit dem Kreisbeschluss der dauerhafte Fortbestand noch nicht gesichert sei. „Wir brauchen eine öffentliche Kreismusikschule“, betonte er.

Dr. Thomas Carl Stiller (FDP) erklärte, er sei lange ein Kritiker gewesen und habe gesagt, die Kreismusikschule rechne sich nicht. Man habe die weitere Entwicklung der Musikschule in der Vergangenheit vernachlässigt. Künftig müsse das besser laufen: „Wir müssen die Talente finden und fördern und damit den Landkreis zu einem gemeinsamen Ort gleicher Chancen entwickeln“, betonte Stiller.

Dietmar Linne (Grüne) sagte, der Grundfehler der Politik sei gewesen, die Kreismusikschule zu früh „zu einem toten Pferd“ erklärt zu haben. Wichtig für die Zukunft sei es, die Mitarbeiter zu motivieren und weitere Musikschüler zu gewinnen. (tsz)

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