Polizei: Ursache für Bootsunfall bisher noch unklar

Bootsunglück auf der Werra: Wettlauf gegen die Zeit verloren

Hann. Münden. Bei einem tragischen Bootsunfall auf der Werra in Hann. Münden ist am Samstagabend ein kleiner Junge aus Süddeutschland, zwei Jahre und acht Monate alt, ertrunken.

Obwohl das Kind noch am Samstag kurz nach dem Unglück sowie am Ostersonntag von einem Großaufgebot an Rettungskräften gesucht wurde, blieb jede Mühe vergeblich. Am Sonntag um 14.30 Uhr wurde die Suche eingestellt. Der zweite Insasse, ein 52-Jähriger Mündener und Bekannter der Eltern des Jungen, überlebte.

Das Drama begann am Samstag gegen 17.45 Uhr auf dem Hauptarm der Werra zwischen Werraweg und Blümer Werder. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei starteten die Zwei in einem drei Meter langen, kanuförmigen Schlauchboot von einem Kleingarten an der Hedemündener Straße aus. Nur kurz danach kenterte das Boot aus noch ungeklärter Ursache.

Suche nach Kind auf der Werra bei Hann. Münden

Beide Insassen stürzten in die Werra. Der 52-Jährige versuchte nach Zeugenaussagen noch, dem davontreibenden Kind in der starken Strömung hinterher zu schwimmen und es zu retten, doch vergeblich. Der Mann wurde wenig später an der Alten Werrabrücke von der Feuerwehr auf einem Polder stehend angetroffen.

Auch das Schlauchboot wurde gefunden: Ein Passant hatte es flussabwärts ergreifen und ans Ufer ziehen können. Die Suchmaßnahmen wurden zu einem Wettlauf mit der Zeit. Bis in die Dunkelheit versuchten 80 Einsatzkräfte zunehmend verzweifelt, den Jungen zu entdecken: Sie kamen von den freiwilligen Feuerwehren Münden, Bonaforth und Volkmarshausen sowie den THW-Ortsgruppen Münden und Neu-Eichenberg, außerdem beteiligten sich Kräfte der Berufsfeuerwehr Kassel und der Feuerwehr Northeim mit Tauchern sowie DRK und ASB mit dem Schnelleinsatzzug und einer Rettungshundestaffel.

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Zwei Hubschrauber aus Kassel und Göttingen übernahmen parallel dazu die Absuche des Gewässers aus der Luft. Mit Einbruch der Dämmerung wurde der Flusslauf noch von einem aus Hannover angeforderten Polizeihubschrauber mit einer Wärmebildkamera abgeflogen. Um die am Boden zerstörten Eltern kümmerte sich derweil ein Notfallseelsorger der Hann. Mündener Kirchen. Auch als es am Sonntagmorgen kaum noch Hoffnung gab, wurde die Suche von 30 Einsatzkräften intensiv fortgesetzt, darunter Rettungshunde des ASB Göttingen und Taucher des THW Hann. Münden.

Von Booten aus wurde der strömungsstarke Hauptarm der Werra mit zwei speziell ausgebildeten Polizeispürhunden aus Oldenburg und Göttingen abgesucht. Dabei weiteten die Trupps das Aktionsgebiet auf den Bereich des Mündener Flussdreiecks am Weserstein sowie die Weser bis zur hessischen Landesgrenze aus. Am Sonntagnachmittag gaben die Helfer dann auf: Sie sahen keine Möglichkeit mehr, das Kind zu finden. Begleiter und Eltern des Jungen unter Schock

„Warum das Schlauchboot kenterte, ist immer noch unklar“, berichtete Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Die Eltern des Jungen seien noch nicht vernehmungsfähig. Auch der 52 Jahre alte Begleiter des Kindes konnte noch nicht befragt werden: Er musste vorübergehend in eine psychiatrische Fachklinik eingeliefert werden. Nach bisherigen Ermittlungen sollen sowohl der Mündener als auch das Kind während der Tour keine Schwimmwesten getragen haben. (asc)

Video: Suche bis in die Nacht am Samstag

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