Bewegungsmelder lösen Kameras aus

Tiere zählen leicht gemacht: Wenn der Luchs zum Fotomodel wird

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Fotofalle für Luchse: Im Kaufunger Wald im Gebiet der Revierförsterei Escherode haben Ole Anders, Koordinator des Luchs-Projektes Harz, und Lilli Middelhoff, freie Mitarbeiterin des Nationalparks Harz, zwei Kameras angebracht. Eine davon ist hier zu sehen, ein Hinweisschild weist Waldbesucher auf die Kameras hin.

Staufenberg. Mitarbeiter des Nationalparks Harz und der Niedersächsischen Landesforsten unterstützen Kollegen in Hessen bei der Erfassung des Luchsbestandes mit Fotofallen.

Ole Anders, Koordinator des Luchsprojektes Harz in Bad Harzburg, und seine Kollegin Lilli Middelhoff installierten jetzt an zwei Standorten im niedersächsischen Teil des Kaufunger Waldes Fotofallen.

Die Niedersachsen kamen damit einer Bitte von Dr. Markus Port von der Universität Göttingen nach. Der Wissenschaftler leitet das Fotofallen-Monitoring im hessischen Teil des Kaufunger Waldes und in der Söhre. Bei den Fotofallen handelt es sich um Bewegungsmelder, die mit Digitalkameras verknüpft sind. Läuft ein Luchs vorbei, lösen zwei gegenüberliegende Kameras aus und nehmen die große Wildkatze von beiden Seiten auf. Die Tiere unterscheiden sich durch die Fleckenzeichnung, erläutert Anders, das sei der Fingerabdruck des Luches.

Helmut Schauf, Leiter der Revierförsterei Escherode, und Jörg Behling, Förster für Waldökologie der Niedersächsischen Landesforsten, halfen den Luchsexperten aus dem Harz bei der Auswahl der Standorte. Der eine ist in der Revierförsterei Escherode, der andere in der Revierförsterei Nonnenholz Richtung Kleinalmerode. Nächstes Jahr planen Nationalpark Harz und Landesforsten acht weitere Fotofallenstandorte, darunter im Naturpark Münden.

Anders und Behling bereitet der Tod einiger Luchse im Kaufunger Wald Kopfzerbrechen. Am 6. November hatten Einwohner am Ortsrand Nienhagens eine stark abgemagerte Luchsin liegen sehen; die Tierärztin diagnostizierte Räude, eine durch Grabmilben übertragene Infektion, und schläferte das Raubtier ein. Das Weibchen hatte drei Jungtiere, die wahrscheinlich nicht überlebt haben, so Anders.

Bereits vorher mussten ebenso wegen Räude zwei Jungtiere sowie ein noch nicht einjähriger Luchs eingeschläfert werden.

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