Nachfolger für Mündener Hausarztpraxis gefunden

Team der Hausarztpraxis am Wiershäuser Weg 5: Von links Patricia Witte, Dr. Hermann Witte, Gabriele Ucambarlic-Koch, Janine Ullmann, Deborah Schäfer, Anna Lena Holl, Juliana Gephart und Dr. Jürgen Gephart. Foto: Krischmann

Hann. Münden. Dr. Hermann Witte übergibt seine Praxis zum 1. Oktober an den Internisten Dr. Jürgen Gephart.

„Es ist ein großes Glück“, sagt Allgemeinmediziner Dr. Hermann Witte, „dass sich mit dem Facharzt für Innere Krankheiten Dr. Jürgen Gephart ein Nachfolger gefunden hat.“ Mit dem „großen Glück“ meint der 64-jährige Hausarzt die Tatsache, dass es bekanntermaßen sehr schwer ist, einen Nachfolger zu finden. Auf sieben Hausärzte, die ihre Praxis abgeben wollen, komme nämlich statistisch in Deutschland nur ein einziger Interessent, erläutert Witte.

Am 1. Oktober 2016 wird er seinem Kollegen die Praxis am Wiershäuserweg 5 im Mündener Stadtteil Hermannshagen offiziell übergeben, Gephart arbeitet sich aber schon ein, indem er Vertretung übernimmt. Der Internist seinerseits arbeitet seine Nachfolgerin am Klinikum Hann. Münden ein, Gephart ist dort als Oberarzt in der Nephrologie (Behandlung von Nierenerkrankungen) und in der Palliativmedizin) tätig.

Seine Frau Juliana, die ihn in der Praxis unterstützen werde, und er, freuen sich auf die neue Aufgabe, so Gephart. Daran reize ihn die ganzheitliche Betreuung eines Patienten. Familie Gephart lebt in Hann. Münden, die Kinder sind sechs, elf und 14 Jahre alt. Er übernehme eine gut funktionierende Praxis mit einem kompetenten und motivierten Team von medizinischen Fachangestellten, sagt der 45-Jährige.

Sein Kollege Witte eröffnete die Praxis am 1. April 1984 zeitgleich mit dem Beginn der Werra-Apotheke, die im selben Haus untergebracht ist und die von der Apothekerin Dr. Behnert geleitet wird. Witte ist Allgemeinmediziner und darüber hinaus qualifiziert in Traditioneller Chinesischer Medizin, Akupunktur und Schmerztherapie.

Nach Portugal übersiedeln 

Nach 40 Jahren ärztlicher Tätigkeit und 32 Jahren Hausarztpraxis, bei der ihn seine Frau Patricia in der Organisation der Praxis und bei der Abrechnung unterstützte, will das Ehepaar Witte einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Das Paar will nach Portugal, dem Heimatland von Patricia Witte, übersiedeln. Eine Praxisübergabe nach mehr als drei Jahrzehnten ist für Witte Anlass, Bilanz zu ziehen. Der Allgemeinmediziner fordert, der Berufszweig des Hausarztes müsse im kassenärztlichen Bereich attraktiver gestaltet werden. Die allzu strenge Reglementierung hinsichtlich medikamentöser Therapie durch einige Krankenkassen sei hier ein Hindernis. Witte: „Der Hausarzt ist Vertragspartner, kein untergebener Befehlsempfänger.“ Der Mediziner handele immer zum Wohl des Patienten, denn das sei seine eigentliche Berufung.

Körper, Seele, Familie 

Der Hausarzt, das habe er in den 40 Jahren erfahren, begleite seine Patienten ein Leben lang. Der Arzt behandele diese nicht nur medizinisch, sondern sei auch Ansprechpartner bei familiären Problemen, die für einen Krankheitsverlauf bestimmend sein können. Der Körper, die Seele und das familiäre Umfeld des Patienten in seiner Gesamtheit zu betrachten, darauf komme es für einen Hausarzt an. Er sei für den Patienten die Brücke zum Spezialisten und zum Krankenhaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.