Nachfrage nach Ausbildung bleibt hoch

Betriebe in Hann. Münden stellen trotz Corona neue Lehrlinge ein

Das Foto zeigt eine Außenansicht der Berufsbildenden Schulen Hann. Münden.
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Die Berufsbildenden Schulen Münden (BBS) verzeichnen bisher weniger Neuanmeldungen.

Betriebe in den Ortsteilen der Dreiflüssestadt bilden auch in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr aus.

Die Unternehmen Weser-Metall-Umformtechnik (WMU), Knüppel Verpackung und Benary Samenzucht bieten die gleiche Anzahl an Ausbildungsplätzen an wie gewöhnlich.

Knüppel habe seine Vorstellungsgespräche bereits vor Ausbruch der Pandemie in Deutschland abgeschlossen, wie Björn Kniza, Leiter der Unternehmenskommunikation, sagt. Allerdings sei die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen bei Knüppel im Verlauf der letzten Jahre kontinuierlich gesunken. Dieser Trend sei weiter vorhanden.

Das kann man bei WMU laut Finja Siefert von der Personalabteilung nicht behaupten. „Bei uns gingen dieses Mal tendenziell sogar eher mehr Bewerbungen ein als sonst.“ Der Grund dafür könne darin liegen, dass manche Betriebe aufgrund von Insolvenz ihre Zusagen zurückziehen müssten. Auszubildende seien dann gezwungen, sich woanders zu bewerben.

Alle Ausbildungsplätze seien auch bei Benary für den kommenden August belegt. „Die ersten Gespräche hatten wir im März per Videokonferenz. Die letzten fanden im Mai persönlich statt, alles innerhalb der Corona-Vorschriften“, sagt Petra Blume aus dem Personalwesen. Zwar könne man den jetzigen Absolventen nicht weiterbeschäftigen, weil selbst Festangestellte bereits in Kurzarbeit seien. Er habe sich aber schon bei einem anderen Arbeitgeber beworben. Gerd Reddig, Schulleiter der Berufsbildenden Schulen Münden (BBS), findet hingegen, dass sich die Bundesregierung zu sehr darauf fokussiere, dass Ausbildungs-Absolventen von ihren Betrieben übernommen werden.

Er wünscht sich, dass der Fokus auf das Schaffen von Ausbildungsplätzen gelegt werde. „Man darf nicht vergessen, wie viele junge Menschen berufliche Perspektiven verlieren, wenn nicht genügend neue Plätze zu besetzen sind.“

Die Berufsbildenden Schulen selbst würden bislang weniger Neuanmeldungen verzeichnen als sonst. Diese Zahlen seien allerdings bis mindestens August noch nicht endgültig repräsentativ. Dafür funktioniert laut Schulleiter das derzeitige Homeschooling bei den laufenden Bildungsangeboten der BBS sehr gut.

„Außerdem haben wir bis August einen festen Plan, wie wir weitermachen“, sagt Reddig. So sei für den 15. Juni die Wiederaufnahme des Unterrichts geplant. Um die Corona-Bedingungen einhalten zu können, soll aber immer nur eine Hälfte einer Klasse zur selben Zeit erscheinen.

Ab dem 8. Juni sollen die Abschlussprüfungen der Fachoberschulen stattfinden. Die der Industrie- und Handelskammer (IHK) sollen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. „Wir sorgen dafür, dass niemand Angst vor einer Ansteckung haben muss. Trotzdem sollte sich Jeder vernünftig verhalten“, sagt der BBS-Schulleiter. Wie man ab August weiter verfahre, sei noch unklar.

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