Naturdetektive im Wald von Münden

Naturexperte: Herbert Dohlen hielt die biologische Vielfalt am Waldboden zusammen mit den Kinder per Video und Fotografie fest. Foto: Siebert

Hemeln. Mistkäfer in Großaufnahme - Hemelner Grundschüler gingen mit einem Naturfilmer auf Spurensuche im Wald.

Wer weiß schon, dass Mistkäfer Töne von sich geben. Diese Erfahrung machten die Kinder der Grundschule Hemeln während einer Projektwoche, die unter dem Thema „der Wald ist unsere Welt“ lief. Sophia hielt sich einen Mistkäfer ans Ohr und meinte dass er zwitschert, andere Kinder deuteten es als scharrendes Geräusch. Und Jonathan wusste auch warum der Käfer so heißt: Weil er den Kot der Wildtiere frisst.

Mit Begeisterung sammelten sie die Krabbeltiere, um sie dann zu fotografieren. „Wir haben jetzt schon über 50 Käfer gefunden“, freute sich Clara. Sie legten sie auf einen Hohlspiegel, damit Projektleiter Herbert Dohlen sie filmen und fotografieren konnte. Danach war es den Naturdetektiven wichtig, die Käfer wieder in die Freiheit zu entlassen.

Die Projektwoche spielte sich überwiegend im Wald ab. In Gruppen aufgeteilt betreuten die Projektleiter Dr. Dorit Battermann und Herbert Dohlen die Kinder. Der Göttinger Herbert Dohlen ist Naturfilmer und erforschte mit den Schülern das Leben auf dem Waldboden sowie das Leben in und auf den Bäumen. Das wurde dann alles fotografisch festgehalten, zum großen Teil in Makro-Fotografie.

Kiste mit Fachbüchern

Dabei erfuhren die Kinder immer mehr, wie viel Leben auf einem scheinbar toten Waldstück herrscht. „Ich habe einen Tausendfüßler gefunden“, berichtet Marek. „Hier ist eine Schnecke mit Haus“ ruft Luisa. Und auf den Fund einer 20 Zentimeter langen Nacktschnecke ist Constanze ganz stolz. Wer Einzelheiten zu den Tieren und Pflanzen wissen wollte, konnte sich einer Waldbibliothek bedienen. Eine Kiste mit Fachbüchern hatte Herbert Dohlen mitgebracht. Spannend war es zu beobachten, wie eine Raubspinne und eine Raubfliege gejagt haben. Durch das Makro-Objektiv konnten die Kinder das genau verfolgen. Aber auch Pilze, Eicheln, Bucheckern und Sauerampfer entdeckten die Schüler. Am Ende eines jeden Projekttages wurde ein Rückblick gehalten. Vor laufender Kamera berichteten die Kinder über das Erlebte.

Fotoausstellung

Zum Abschluss werden die Ergebnisse der Projektwoche am Freitag, 17. Juni, während des Schulfestes ab 14.30 rund um die Schule und auf dem Anger präsentiert. Eine Fotoausstellung mit vielen Nahaufnahmen, ein Video über die Aktionen im Wald, Bastelarbeiten und Waldkunst können sich die Besucher anschauen.

Außerdem werden zum Schulfest Kunstspaziergänge angeboten und es gibt einen Klettergarten. Gesponsert wurde die Projektwoche von der Bingo Umweltstiftung und der Organisation „Bildung trifft Entwicklung“ (BTE) in Göttingen. (zpy)

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