Bedrohte Tierwelt

Naturschützer in Sorge um heimische Vögel

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Von ihr gibt es immer weniger Artgenossen: Die Feldlerche

Hann. Münden. Tierschützer im Raum Münden sind in Sorge, dass die Zahl der heimischen Vogelarten in der Region kleiner wird. 

Ein ruhiger Frühling und im Winter wenig Betrieb an den Vogel-Futterhäuschen: Ist eingetreten, wovor Naturschützer seit Jahren warnen, und die Zahl der heimischen Vogelarten wird kleiner?

Ja und nein, lautet die Antwort von Stefan Schäfer vom Naturschutzbund (Nabu) in Hann. Münden und von Dr. Jürgen Endres, Vorsitzender des Nabu Samtgemeinde Dransfeld. Die Tendenz gehe nach unten, so Schäfer, der von dramatischen Bestandseinbußen in den vergangenen 30 Jahren spricht, aber diese Entwicklung geht langsam vonstatten. So langsam, dass man es von Jahr zu Jahr kaum wahrnimmt. Das, was so manchem zurzeit so deutlich auffalle, sei eher auf das Wetter des vergangenen Jahres zurückzuführen: Der Mai 2016 sei kalt und regnerisch gewesen, viele Jungvögel überlebten das in ihren Nestern nicht. Diese fehlten nun in diesem Jahr. Solange die Gesamtpopulation einer Vogelart die kritische Masse noch nicht unterschritten hat, kompensierten das die Vögel in den nächsten Generationen wieder. Schwierig werde es aber, wenn nur noch so wenige Tiere einer Art in einem Gebiet leben, dass Männchen und Weibchen einander nicht mehr finden.

Eine flächendeckende, wissenschaftliche Erfassung der heimischen Vogelarten gibt es nicht. Allerdings böten die Zählungen des Nabu schon sehr brauchbare Anhaltspunkte, allein wegen der Masse an Teilnehmern, beschreibt es Dr. Endres. Zweimal im Jahr ruft der Nabu zur systematischen Vogelbeobachtung auf, sammelt die Daten und wertet sie aus.

An der „Stunde der Wintervögel“ hatten sich bundesweit rund 125 000 Naturfeunde beteiligt. Sie verzeichneten 17 Prozent weniger Vögel an den Futterstellen, in Gärten und Parks als in den Jahren zuvor. Das aber, so Endres, könne viele Ursachen haben, zum Beispiel, dass Vögel, die sonst in hiesigen Breiten überwintern, weiter im Norden geblieben sind, weil die Winter milder werden.

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