Verwahrentgelte

Negativzinsen im Raum Münden noch die Ausnahme

Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Haufen. Die Menschen in Deutschland werden trotz der Zinsflaute in Summe immer reicher.
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Immer mehr Banken erheben von ihren Kunden Negativzinsen. Im Raum Hann. Münden betrifft dies noch wenige. (Symbolbild)

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die Einlagen von Banken und Sparkassen mit Negativzinsen belegt, führt dazu, dass immer mehr Institute diesen Zinssatz von aktuell minus 0,5 Prozent an ihre Kunden weitergeben. Wir haben uns in der Region Hann. Münden umgehört.

Hann. Münden – Im Raum Hann. Münden verzichten in der Region sowohl die Sparkasse Göttingen als auch die VR-Bank in Südniedersachsen darauf, Negativzinsen oder sogenannte Verwahrentgelte zu erheben, beobachten aber die Entwicklung genau.

So heißt es von der Sparkasse Göttingen, dass es derzeit keine Überlegungen gebe, Verwahrentgelte für Spareinlagen oder auf Girokonten zu erheben. Dabei sei zu berücksichtigen, „dass es schon seit Jahren erheblicher Anstrengungen bedarf, um die Weitergabe der Negativzinsen der EZB an die Kunden zu verhindern.“ Natürlich müsse aber auch die Sparkasse Göttingen die weitere Entwicklung und dabei insbesondere das Verhalten der Wettbewerber beobachten.

Auch die VR-Bank in Südniedersachsen teilte gegenüber unserer Zeitung mit, dass sie derzeit noch keine Negativzinsen, beziehungsweise Verwahrentgelte berechne. „Gleichwohl befinden wir uns aktuell in einem internen Prozess der Meinungsbildung“, so die Bank in ihrer Mitteilung. Vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Institute aktuell bereits mit Negativzinsen arbeiteten, um die negativen betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der Zinspolitik der EZB abzumildern, könne die VR-Bank nicht ausschließen, „dass auch wir uns in Zukunft mit dem Thema Negativzinsen auseinandersetzen müssen.“

Die Commerzbank, die in Hann. Münden eine Filiale hat, ist schon einen Schritt weiter: Seit Anfang Oktober erhebt die Bank von Neukunden für Einlagen von über 100 000 Euro ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent. Für bisherige Kunden gelte, dass die Höhe des Entgeltes immer individuell im Kundengespräch vereinbart werde.

Aktuell würden Kunden angesprochen, die ein Einlagenvolumen von mehr als einer Million Euro halten. Zugleich weist die Bank darauf hin, dass sie aktuell nicht vorhabe, „Verwahrentgelte an die große Mehrheit unserer Privatkunden weiterzugeben.“

Die Volksbank Kassel Göttingen teilte mit, dass Privatkunden noch nicht mit Negativzinsen belastet würden: „Wir tun momentan alles dafür, den ganz normalen Privatkunden vor Negativzinsen zu bewahren.“ Für einige wenige private Großanleger treffe die Bank konkrete Einzelabsprachen. Genauso werde das auch mit Firmenkunden gehandhabt.  (ems/nis)

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