Flexibel im Berufsleben

Neue Pflegeausbildung am Klinikum Hann. Münden

Helene Schäffer (stellv. Schulleiterin, von links), Olayanju O. Asiwaju-Dada, Amina Mirovic, Nicole Keßler und Sonja Diedrich (Schulleiterin Pflegeschule) tauschten sich über die neue Ausbildung aus. Das Bild wurde in Pflegeschule des Klinikums Hann. Münden aufgenommen.
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Generalisten im Klinikum Münden: Helene Schäffer (stellv. Schulleiterin, von links), Olayanju O. Asiwaju-Dada, Amina Mirovic, Nicole Keßler und Sonja Diedrich (Schulleiterin Pflegeschule) tauschten sich über die neue Ausbildung aus.

Aus drei wurden eins: Seit dem 01.01.2020 wird bundesweit die Ausbildung Pflegefachfrau/-mann angeboten. Diese vereint drei Berufe. In Hann. Münden läuft die Ausbildung seit 01.10.2020. Wir haben mit der Schulleitung und Schülern über ihre bisherigen Erfahrungen gesprochen.

Hann. Münden – Im Klinikum Hann. Münden (KHM) werden seit Anfang Oktober Generalisten ausgebildet. 22 Schüler absolvieren an der Gesundheits- und Krankenpflegerschule die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Wir haben mit der Schulleitung und Schülern über erste Eindrücke gesprochen.

„Früher gab es drei Ausbildungsgänge, die sehr spezialisiert waren“, berichtet Schulleiterin Sonja Diedrich. Konkret waren das Altenpfleger, Krankenpfleger und Kinderkrankenpfleger, die nun in ein EU-weit anerkanntes Berufsbild zusammengeführt wurden. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung auf Bundesebene, die diese neue Berufsausbildung seit Anfang dieses Jahres ermöglicht. Sie dauert nach wie vor drei Jahre.

Die Ausbildung umfasst Theorie und Praxis

Insgesamt umfasst die Ausbildung 2500 Stunden Praxis, 2100 Stunden Theorie und 280 Stunden allgemeinbildender Unterricht, also Politik, Ethik und Deutsch. Für das letzte Feld mussten im Vorfeld externe Lehrer gesucht werden. „Dafür wurden Inhalte gestrafft, die Ausbildung ist Vielfältiger geworden“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Helene Schäffer. Es werden alle Versorgungsstufen vom Säugling bis zum Hochbetagten vermittelt.

Die Grafik, die auf Daten des Bundes Familienministeriums beruht, zeigt den Ausbildungsweg Pflegefachmann/-frau.

„Es ist klarer geworden, was Pflege ist“, betont Schäffer, es bestehe eine größere Abgrenzung zu anderen Berufen im Gesundheitssektor. Zudem geht die Schule zahlreiche Kooperationen mit anderen Institutionen im Gesundheitssektor ein. Jede Pflegeschule hat in diesem System aber immer noch einen Schwerpunkt, so zum Beispiel Nierenkrankheiten und Transplantationsmedizin in Münden. „Dies wirkt sich dann auf die Fallbeispiele im Unterricht aus“, so Diedrich.

Externe Einsätze finden ab 2021 statt

Zur Ausbildung gehören Praxisphasen in Einrichtungen wie Altenpflegeeinrichtungen und Psychiatrien. So sollen die Auszubildenden ein möglichst breites Spektrum kennenlernen. Die ersten „externen Einsätze“ von Schülern des KHM finden 2021 statt.

Es sei viel Arbeit gewesen, die Krankenpflegeschule auf diese neue Art der Ausbildung vorzubereiten, betont Diedrich. „Wir merken bereits, dass die Erwartung der Schüler an die Ausbildung eine andere ist“, merkt die Schulleiterin an. Das bestätigt auch Pflegeschülerin Amina Mirovic. Sie habe extra ein Jahr länger gewartet, um ihre Ausbildung anzutreten. Sie sieht die generalistische Ausbildung als gute Chance, die verschiedenen Bereiche zu vereinen. „Wir lernen mehr und wissen am Ende mehr“, fasst sie zusammen.

Schülerin: „Ich habe danach für mein ganzes Berufsleben die Chance, zu wechseln

Auch nach der Ausbildung in verschiedenen Bereichen arbeiten zu können, macht die Ausbildung attraktiv. „Ich habe danach für mein ganzes Berufsleben die Chance, zu wechseln“, sagt Schülerin Nicole Kessler. Diese Aussage bestätigt auch Olayanju O. Asiwaju-Dada. Er sieht auch den großen Vorteil darin, breit aufgestellt zu sein. „Mir ist der Kontakt mit Menschen wichtig“, sagt der angehende Pfleger, der vorher im pädagogischen Bereich gearbeitet hat.

Interessenten für eine generalistische Ausbildung an der Gesundheits- und Krankenpflegerschule des KHM können sich für den Ausbildungsstart Oktober 2021 ab jetzt bewerben, teilt Helene Schäffer mit. (Von Jens Döll)

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