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Neue Obstwiese mit alten Sorten – Naturpark Münden pflanzte zehn Bäume in Wiershausen

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Von: Kira Müller

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Unser Bild zeigt (von rechts) Ulrich Scheidel vom Landschaftsverband Göttingen, Sibylle Susat, Geschäftsführerin des Naturparks Münden, Ingo Viola, Mitarbeiter des Naturparks, Wiesenbesitzer Herbert König und Projektmitbegleiter Philipp Gruß, die gemeinsam neben einem neu gepflanzten Baum stehen.
Pflanzaktion in Wiershauen: Unser Bild zeigt (von rechts) Ulrich Scheidel vom Landschaftsverband Göttingen, Sibylle Susat, Geschäftsführerin des Naturparks Münden, Ingo Viola, Mitarbeiter des Naturparks, Wiesenbesitzer Herbert König und Projektmitbegleiter Philipp Gruß. © Kira Müller

Sechs Apfel-, zwei Kirschbäume, ein Zwetschgen- und ein Pflaumenbaum – zehn alte Obstsorten stehen nun auf einer neuen Streuobstwiese in Wiershausen. Ideen für neue Projekte gibt es schon.

Wiershausen – Um die Artenvielfalt zu unterstützen, hat der Naturpark Münden in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftspflegeverband Göttingen eine Streuobstwiese in Wiershausen wiederbelebt.

Zehn junge Obstbäume stehen jetzt auf der Wiese von Herbert König, der diese als Privatperson zur Verfügung gestellt hat: Sechs Apfel-, zwei Kirschbäume, ein Zwetschgen- und ein Pflaumenbaum.

„Es ist ein langersehnter Wunsch des Naturparks“, erklärt Geschäftsführerin Sibylle Susat. „Wir wollen alte Obstbaumsorten fördern und neue Nahrungsquellen und Lebensräume für möglichst viele Tiere schaffen.“ Kennengelernt hatten sich König und Susat auf einer gemeinsamen Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer. „Ich habe mir gedacht, ich habe die Wiese übrig und der Naturpark hat sich über mein Angebot gefreut“, sagt König.

„Mit der Pflanzung allein ist es nicht getan“

Bei der Auswahl, welche Sorten sich für den dortigen Standort eignen, stand Ulrich Scheidel vom Landwirtschaftspflegeverband Göttingen beratend zur Seite: besprochen, entschieden, gekauft und bei der Baumschule Grünewald bei Duderstadt abgeholt. Im Dezember 2021 wurden die Bäume dann von den Mitarbeitern des Naturparks in die Erde gesetzt.

Die gepflanzten Bäume sind etwa vier Jahre alt, eine Ernte ist in diesem Jahr aber noch nicht zu erwarten. Erst mal sollen die Bäumchen ordentlich Wurzeln bilden und wachsen, erklärt Ulrich Scheidel. Alle paar Wochen werden sie kontrolliert, gepflegt und bei Bedarf geschnitten. „Mit der Pflanzung allein ist es nicht getan“, sagt er.

Da in Zukunft Schafe auf der Wiese stehen werden, wurden die jungen Bäume mit Holzpfosten und Draht geschützt. Auch im Pflanzloch umgibt ein Drahtkorb die Wurzeln, damit Wühlmäuse diese nicht anknabbern und beschädigen.

Projekte zur Obstverarbeitung sind Ziel

Das große Ziel: Obst ernten und verarbeiten. „Apfelmus, Gelee und Saft. Wir wollen in Zukunft verschiedene Projekte starten. Da habe ich schon viele Ideen“, sagt Sibylle Susat. In 10 Jahren wird die erste große Ernte erwartet.

Bis dahin können sich Interessierte bei Obstschnittkursen, die vom Naturpark angeboten werden, weiterbilden. „In den vergangenen Jahren ist viel Wissen zum Schnitt vergessen worden, dabei ist das wirklich wichtig“, sagt Susat. „Wir wollen ins Bewusstsein rücken, dass wir hier vor und hinter der Haustür tolle Obstsorten haben.“

Alte Sorten: Lebensräume und Nahrung für Tiere

Der Schwerpunkt liegt dabei auf alten Sorten: Viele alte Sorten sind robuster gegenüber Krankheiten, wie Schorf und Mehltau, als neue Sorten und sind starkwüchsig. „Wir kennen vielleicht noch zehn Sorten, aber die tausend anderen, die es gibt, kennt keiner mehr und so werden sie auch nicht genutzt“, erklärt die Geschäftsführerin. Dem wolle sie entgegenwirken.

Laut Susat werden mehr Obstbäume gefällt, als das es Neupflanzungen gibt; doch „auch die abgestorbenen Obstbäume sind ein wichtiger Lebensraum für zum Beispiel Höhlenbrüter.“ Deswegen ist der Naturpark auch weiterhin auf der Suche nach neuen Wiesen, die sie bepflanzen können. „Wir freuen uns über jeden Zuwachs – das ist unser Beitrag zur Artenvielfalt.“

Auch an den Wegrändern in Wiershausen selbst stehen viele Obstbäume. „Die Bäume sind alle aus Spenden finanziert worden – vor allem auch durch junge Leute“, sagt Herbert König, der auch Ortsbürgermeister ist. „Die Natur bindet die Bevölkerung an das ländliche Leben; das Heimatgefühl wird gestärkt.“

Der Landwirtschaftspflegeverband hat das Projekt finanziell unterstützt, die Mitarbeiter des Naturparks haben die Pflanzung übernommen.

Insgesamt liegen die Kosten bei etwa 1500 Euro. Pro Baum hat der Verband etwa 35 Euro bezahlt, hinzu kommen Materialkosten und Arbeitsstunden.

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