Patienten noch gezielter und schneller helfen

Notfallsanitäter ist neuer Ausbildungsberuf

Christoph 44 im Einsatz: Der Rettungshubschrauber hat seinen Standort am Uni-Klinikum Göttingen. Koordiniert werden seine Einsätze von der Rettungsleitstelle Göttingen. Foto: Archiv

Hann. Münden/Göttingen. Notfallsanitäter ist ein neuer Ausbildungsberuf, der den Rettungsassistenten ablöst. Mit seinem Wissen entlastet er die Notärzte, die immer mehr Einsätze haben.

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter sei eine deutliche Verbesserung der Qualifikation der Rettungsdienstmitarbeiter, sagt Dr. Oliver Schmid. Der Notfallmediziner an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist stellvertretender Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Stadt und Landkreis Göttingen.

Durch die steigende Zahl an Einsätzen in den vergangenen Jahren stoße der Rettungsdienst mit seinen bestehenden Strukturen an seine Grenze. Der Notfallsanitäter mit dem erworbenen Wissen, das über die Rettungsassistenz hinausgeht, entlaste den Notarzt. Schmid nennt ein Beispiel. Künftig dürfe der Notfallsanitäter einem Patienten bei Unterzuckerung auch ohne Anwesenheit des Notarztes Glucose intravenös verabreichen und Medikamente geben - und zwar nach einer klar durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst vorgegebenen Verfahrensanweisung, dem so genannten Algorithmus. Dieser lege Situation, Dosis, Kontrollmechanismen und weiteres Vorgehen fest, erläutert der Notarzt.

Bisher durfte der Rettungsassistent diese Behandlung zwar auch beginnen, dies allerdings nur unter zwei Voraussetzungen: der Patient ist in akuter Lebensgefahr und es ist kein Notarzt erreichbar.

Mit der erweiterten Kompetenz, die der Notfallsanitäter hat, stehe der Notarzt für andere Einsätze zur Verfügung, in denen er tatsächlich mit seiner besonderen notfallmedizinischen Qualifikation benötigt werde, betont Schmid.

Vier Rettungsassistenten des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) im Landkreis Göttingen haben bereits den Aufbaulehrgang zum Notfallsanitäter geschafft, berichtet Nils Borcherding, Geschäftsführer des ASB-Kreisverbandes Göttingen-Land. Weitere sieben Rettungsassistenten bereiteten sich auf die Ergänzungsschulung vor, die im Herbst beginne.

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