St. Matthäuskirche in Dankelshausen wird bis Oktober saniert

Neuer Boden für den Altarbereich der Kirche in Dankelshausen

Die Sanierungsarbeiten in der St. Matthäuskirche in Dankelshausen werden noch bis Oktober andauern.
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Die Sanierungsarbeiten in der St. Matthäuskirche in Dankelshausen werden noch bis Oktober andauern.

Dass in der St. Matthäuskirche in Dankelshausen ein Gottesdienst stattfand, ist lange her. Der Holzboden war morsch und auch die Heizung ging 2019 kaputt. Für 112 000 Euro wir die Kirche nun saniert.

Dankelshausen – Mehr als eineinhalb Jahre ist es her, dass in der St. Matthäuskirche in Dankelshausen der letzte Gottesdienst abgehalten wurde.

Der Grund ist eine dringend erforderliche Bodensanierung im Altarbereich des 1781 fertiggestellten Kirchenschiffs, die erst im April und somit deutlich später als zunächst erwartet begonnen wurde. „Der alte Holzboden war im Laufe der Jahre morsch geworden und mehrere Dielen bereits gebrochen“, berichten Tobias Lapp und Dieter Kamm, die Baubeauftragten der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Scheden-Dankelshausen.

Weil der bisherige Dielenboden lackiert war und nur durch Pappe vom sandigen Untergrund getrennt gewesen sei, habe er die angezogene Feuchtigkeit nicht nach oben abgeben können. „Am Ende war es schon fast gefährlich, den Boden überhaupt zu betreten“, sagt Tobias Lapp.

Als dann auch noch die Heizungsanlage der Kirche kaputtging, beschloss man nach dem Weihnachtsgottesdienst 2019, die Gottesdienste in der St. Matthäuskirche bis nach der Sanierung einzustellen.

„Das passte insofern ganz gut, weil wir parallel mit der Sanierung des Pfarrhauses begannen und so eine Möglichkeit hatten, dass dortige Inventar in der Kirche unterzustellen“, so Lapp. Dass sich beide Arbeiten (nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie) so lange hinziehen würden, damit habe zu diesem Zeitpunkt niemand gerechnet. „Schließlich sollten die Sanierungsarbeiten in der Kirche ursprünglich ja auch schon im vergangenen Jahr starten“, sagt der Baubeauftragte.

Dieter Kamm und Tobias Lapp (von links) betrachten die Dielenbretter, die in der Kirche verlegt werden sollen.

Knochen im Altarraum

Nach Ostern war es dann aber soweit. Nachdem der alte Dielenboden samt Unterkonstruktion entfernt worden war, wurde die darunter liegende Erde auf einer Tiefe von 40 Zentimetern ausgehoben. „Dabei wurden einige Knochen von Menschen gefunden, die im Altarbereich begraben lagen“, erzählt Tobias Lapp. Diese Knochen seien sorgfältig geborgen und dann an selber Stelle wieder bestattet worden, bevor der Schotter aufgebracht und darauf eine Schicht Blähbeton gegossen wurde. „Dieser Untergrund lässt jetzt die Feuchtigkeit in alle Richtungen durch, saugt sie aber nicht mehr an“, erläutert Dieter Kamm. Im Zuge der Arbeiten wurden auch neue Fundamente für den Taufstein und den Altar gegossen sowie die Elektrik der Kirche in diesem Bereich umfassend modernisier.

„Der Unterbau ist inzwischen fertig, jetzt muss noch der Boden verlegt und die Heizungsanlage repariert werden“, sagt Tobias Lapp. Der neue Dielenboden wird aus Lerchenholz bestehen und damit deutlich heller sein als der bisherige. Läuft alles glatt, sollen die Arbeiten im September beendet werden, sodass Anfang Oktober wieder der Erntedank-Gottesdienst in der St. Matthäuskirche gefeiert werden kann. Die Kosten für die Sanierung werden rund 112 000 Euro betragen, wobei der Löwenanteil von 105 000 Euro durch den Kirchenkreis Münden getragen werden und 7000 Euro aus zweckgebundenen Spenden der Kirchengemeinde Scheden-Dankelshausen kommen. Dieses Spendengeld wurde bereits 2018 im Rahmen des Projektes „Fußball-Kirche“ gesammelt, als während der Weltmeisterschaft die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft in der Kirche auf Großbildleinwand gezeigt wurden. (Per Schröter)

Im Altarbereich wurden bei der Sanierung einige Knochen gefunden, von Menschen die dort begraben wurden.

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