Corona sorgt für sinkendes Angebot

9 Prozent weniger Lehrstellen in Südniedersachsen

Abitur in Zeiten von Corona: Der Hessische Kultusminister geht davon aus, dass die Prüfungen stattfinden. (Symbolbild)
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Nicht nur Abschlussprüfungen sind durch Corona erschwert, auch die Jobsuche danach ist nicht leicht. (Symbolbild)

Die Corona-Pandemie hat auch auf dem Ausbildungsmarkt in Südniedersachsen ihre Spuren hinterlassen. Die Folge sind deutlich weniger gemeldete Lehrstellen im Agenturbezirk Göttingen (Landkreise Göttingen und Northeim).

Das geht aus einer Zwischenbilanz der Agentur für Arbeit hervor. Im Zeitraum von Oktober bis April haben Wirtschaft und Verwaltung 2234 Ausbildungsplätze bei der Agentur für Arbeit für die Region Südniedersachsen gemeldet. Im Vorjahreszeitraum – ohne Corona – waren es noch 2458 Lehrstellen. Das entspricht einem Rückgang von rund 9 Prozent.

Dem steht eine nahezu unveränderte Zahl an ausbildungswilligen Bewerbern gegenüber. Seit Oktober haben sich 1649 Ausbildungsinteressierte bei der Arbeitsagentur gemeldet, wie Arbeitsagentur-Sprecherin Christine Gudd mitteilt. Das sind vier Bewerber mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Rechnerisch kommen auf einen Ausbildungsplatzbewerber somit 1,4 mögliche Ausbildungsplätze.

Weniger Praktikumsstellen in der Pandemie

Die Arbeitsagentur in Hann. Münden vermeldet einen Wert von 0,8. Auf 152 gemeldete Lehrstellen gibt es satte 196 Bewerber. Davon sind laut Statistik der Arbeitsagentur mehr als die Hälfte noch nicht mit einer Stelle versorgt (102 Bewerber). Was die Situation für die Bewerber nicht leichter macht: Sie können ihre Wunschberufe nicht praktisch austesten. Aus Gründen des Infektionsschutzes seien viele Betriebe zurückhaltend, wenn es um Praktika oder Hospitationen geht, sagt Gudd.

Firmen würden jedoch weiterhin signalisieren, dass sie an der Ausbildung auch in schwierigen Zeiten möglichst festhalten wollen, sagt Klaus Voelcker, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Göttingen. „Keine Frage, viele Branchen und Unternehmen sind von den Folgen der Corona-Pandemie stark betroffen, andere kommen vergleichsweise gut durch die Zeit.“

Im Baugewerbe beispielsweise würden die angebotenen Lehrstellen zurückgehen, weil sich kaum noch Jugendliche für diese Berufe interessieren, so Voelcker. Kaufmännische und administrative Berufsausbildungen seien aber weiterhin beliebt.

Offene Ausbildungsstellen in der Region Hann. Münden

Für den Altkreis Hann. Münden teilt die Arbeitsagentur Göttingen unter anderem folgende offenen Ausbildungsstellen mit: Dransfeld: Dachdecker (2 offene Stellen), Hann. Münden: Berufskraftfahrer (2), Fachinformatiker (1), Großhandelskaufmann (3), Maschinen- und Anlagenführer (2), Packmitteltechnologe (1), Tischler (2), Staufenberg: Kfz-Mechatroniker (1), Lagerberufe (5). Kontakt zur Berufsberatung: 08 00/4 55 55 00. Infos unter arbeitsagentur.de/bildung. (William Abu El-Qumssan) 

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