Vorsichtige Öffnungsschritte

Corona: Hann. Münden lockert sich

Hagebaumarkt in Hann. Münden: Marc Rybarczyk registrierte die Kunden, wie hier Heike Grünewald, vor dem Markt.
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Hagebaumarkt in Hann. Münden: Marc Rybarczyk registrierte die Kunden, wie hier Heike Grünewald, vor dem Markt.

Nach knapp drei Monaten Schließung konnten gestern in Niedersachsen Kitas, Einzelhändler, Baumärkte wieder öffnen. Es gelten aber weiter bestimmte Regeln.

Hann. Münden – Die aktuellen Corona-Lockerungen zeigen sich auch in der Region Hann. Münden. So dürfen seit gestern Kindertagesstätten wieder in festen Gruppen öffnen, nachdem bis dahin nur eine Notbetreuung möglich war. „Wir sind in Szenario B, das heißt, alle Kinder dürfen kommen zu den normalen Betreuungszeiten. Allerdings dürfen mehrere Gruppen nicht gemischt werden“, sagt Michaela Haberland-Natge, Pädagogische Leiterin der Kinderkrippe im Mütterzentrum Hann. Münden.

„Wir stellen mit Erstaunen und mit Hochachtung fest, wie die Familien die vergangenen Monate gemeistert haben“, lobt Haberland-Natge. Jetzt seien die Eltern aber froh, dass sie ihre Kinder wieder betreuen lassen können. „Für viele Eltern war das eine anstrengende Zeit und die Kinder freuen sich, dass sie wieder zu uns kommen können.“ Das sei wichtig auch für deren Gefühl der sozialen Eingebundenheit.

Gleichzeitig werde weiter auf die Einhaltung aller Hygienemaßnahmen geachtet: So müssten beispielsweise Eltern eine FFP-2 oder medizinische OP-Maske tragen, wenn sie die Kinder bringen oder wieder abholen. Es werde auf regelmäßiges Händewaschen, Lüften und Desinfizieren geachtet. Das Personal achte, soweit möglich, auf ausreichend Abstand.

Zum Thema Impfen des Personals sei der letzte Stand, dass die Impfzentren auf die Einrichtungen zugehen sollen, so Haberland-Natge oder die Einrichtungen selbst sich andernfalls dort melden sollen. „Ich denke, es ist wichtig, dass wir alle mit Bedacht vorgehen, damit die Infektionszahlen nicht wieder steigen“, betont Haberland-Natge. Das Mütterzentrum achte zudem darauf, dass die Hol- und Bringzeiten abgesprochen werden, um Begegnungen zwischen den Elternteilen möglichst zu vermeiden.

„Unsere Kunden freuen sich“, sagt Julia Erlen, Inhaberin der Buchhandlung Winnemuth. Seit Montag zählt das Geschäft zum „täglichen Bedarf“, sodass sie öffnen konnten. Drei Kunden dürfen gleichzeitig in den Laden an der Burgstraße in Münden. „Wir sind sehr zufrieden mit der neuen Regelung“, fügt Erlen hinzu. Vor den Lockerungen konnten Kunden Bücher bestellen und abholen.

Zu ihnen gehört Manfred Bunde, Inhaber des Schreibwarenfachgeschäfts „Schreib-Chic“ an der Langen Straße 66. Er habe sich beim Ordnungsamt Göttingen informiert und so erfahren, dass er auf seiner Verkaufsfläche zwei Kunden unter den geltenden Hygieneregeln empfangen darf. „Es macht Spaß“, sagt Bunde, „es ist ein wunderschönes Signal, dass wir öffnen dürfen.“

Seit dem 16. Dezember hatten die Kunden nach Telefonbestellung ihre Ware kontaktlos an der Tür kaufen können, so der Einzelhändler. Dieses Angebot sah er als Service für seine langjährigen Kunden an. Die Dezemberhilfen habe er bisher nicht erhalten.

Das Wäschefachgeschäft „Betten Schnell“ hat gestern mit einem Terminsystem geöffnet: Normalerweise an der Langen Straße 36 gelegen, ist der Laden derzeit aufgrund eines Wasserschadens an der Langen Straße 84 zu finden. Seit Dezember wurde auch hier Ware nach Bestellung an der Tür verkauft.

Nun können Kunden telefonisch einen Termin vereinbaren und werden dann einzeln im Geschäft betreut (Tel. 0 55 41/47 82). Wer spontan an der Tür erscheint, könne kurzfristig einen Termin erhalten, falls noch einer zur Verfügung stehe: „Es klappt, es wurden schon ein paar Termine gemacht“, sagt Sabrina Ullrich. Auf lange Sicht schätze sie das Konzept jedoch als schwierig ein, vielleicht müssten sich die Kunden auch erst daran gewöhnen.

„Der Zulauf war groß, das Telefon stand seit der Öffnung heute Vormittag nicht still“, berichtete Marco Kötz, Marktleiter im Hagebaumarkt Dreyer. Zuerst hieß es, Kunden müssten sich telefonisch einen Termin geben lassen. Am späten Vormittag kam die Ansage der Behörden, dass ein Termin nicht notwendig sei. Zu guter Letzt war dann die Anweisung: online unter hagebau.de anmelden oder mit Namen und Telefonnummer vor Ort registrieren.

Es könnte zu Stoßzeiten sein, dass wenige Minuten Wartezeit entstehen. Die Kundenanzahl im Geschäft ist auf 80 Personen begrenzt. Grundsätzlich heißt es auch weiterhin: Abstand halten und medizinische oder FFP2-Masken tragen. „Jedem Kunden werden 30 Minuten Zeit eingeräumt, wer zwecks Beratung länger braucht, bucht zwei Termine“, erklärte der stellvertretende Marktleiter Marc Rybarczyk. „Es waren viele Kunden, die gestern gekommen sind“, so Rybarczyk.

Bislang durften dort ausschließlich gewerbliche Kunden einkaufen, Heimwerker hatten lediglich die Möglichkeit, Ware telefonisch zu reservieren und diese nach Terminvergabe abzuholen. Bereits zum 1. März hat der Gartenmarkt im Hagebaumarkt Dreyer unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes den Gartenmarkt geöffnet. Allerdings durften Verbraucher nur im Gartenbereich stöbern und dort einkaufen.

„Das wurde auch gerne angenommen“, berichtet Bärbel König-Dreyer. Bedingt durch den Frost der vergangenen Tage, waren die Kunden im Kauf von Frühlingsblühern allerdings noch zurückhaltend. Unter anderem wurden Blumenerde, Kübel und Dünger gekauft.

Aus Erfahrung der vergangenen Jahre wisse sie, dass bei höheren Temperaturen das Interesse an Stiefmütterchen, Primeln und Co. steige: „Wir stehen in den Startlöchern und haben alles parat und die Kunden stehen ebenfalls in den Startlöchern um nach dem Winter kreativ im Garten und auf dem Balkon zu werden“, so Bärbel König-Dreyer. (Von Kim Henneking/Jens Döll/Thomas Schlenz/Petra Siebert)

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