Fachwerk-Baustellen besonders beliebt

Tag des offenen Denkmals: Viele Besucher neugierig auf Neues Altes

Bei den Fetten Typen: Barbara Brübach öffnete ihre Druckwerkstatt.

Hann. Münden. Über ein Dutzend Anlaufpunkte gab es am Tag des offenen Denkmals in Hann. Münden. Die Fachwerk-Baustellen stießen auf besonders großes Interesse.

20 Tonnen Schutt seien schon abtransportiert, sagt Christian Werner, weitere zehn Tonnen werden wohl noch folgen: Sein Haus in der Sydekumstraße, Ecke Lange Straße, in der Mündener Altstadt ist eine Baustelle.

Zwei Jahre standen die Wohnungen in den beiden oberen Geschossen leer, seit sechs Wochen wird saniert. Am Tag des offenen Denkmals erklärte der Bauherr, worauf es ihm ankommt: Eine vernünftige Dämmung im Fachwerkhaus sei zwar nicht so einfach, aber möglich, sagte er und zeigte, wo schon auf einen frischen Lehm-Unterputz Dämmplatten gekommen sind. Er wolle hochwertigen Wohnraum schaffen in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Je rund 75 Quadratmeter haben die beiden Wohnungen. „Und einen einmaligen Ausblick“, wirbt er, und zeigt den Blick aus dem Fenster über die Schleuse und die historische Werrabrücke. Seit er in den 1980er Jahren aus Hann. Münden weggezogen sei, habe sich viel verändert. Heute lebten wieder Menschen in der Altstadt, die „die Potenz dieses Juwels erkennen“.

Die Nachfrage nach saniertem Wohnraum bestätigt Bernd Demandt, der das ehemalige Lagerhaus Hinter der Stadtmauer (Destille) zu Eigentumswohnungen umbaut. „Verkauft“ stand bereits an mehreren Wohnungen auf der Zeichnung, die zur Übersicht an die Wand genagelt war. Großes Interesse gab es auch am jetzigen Zustand des Gebäude-Komplexes, der sein Inneres mehr und mehr verändert. Die Destille hatte nicht nur Sonntag, sondern auch schon am Samstag zu Besichtigung und Programm eingeladen. Rund 700 Besucher seien es an beiden Tagen insgesamt gewesen, schätzt Demandt.

Keine Baustelle, aber auch ein Ort der Arbeit ist Barbara Brübachs Druckwerkstatt „Fette Typen“. Sie hatte, wie mehrere Nachbarn in der Sydekumstraße, Sonntag ihre Tür geöffnet. Bei ihr erfuhren Gäste, wie, handbetrieben, Bilder und Buchstaben aufs Papier kommen - und was „Witwen“, „Waisen“ und „Schusterjungen“ aus dem Druckerjargon sind. Diese und ein gutes Dutzend andere Punkte in Altstadt und Ortsteilen lockten am Sonntag „eine dreistellige Besucherzahl unter 500“ an, wie der städtische Denkmalpfleger Burkhard Klapp vorsichtig schätzt. Mit dem Besuch ist er zufrieden, allerdings habe das warme Wetter die Gäste von den laufintensiven Angeboten abgehalten. Der Renner seien immer wieder Gebäude, die noch nie geöffnet hatten. Überall gab es gute Gespräche, und Hann. Münden werde nächstes Jahr wieder dabei sein.

Tag des offenen Denkmals - Besonders Fachwerk-Baustellen interessant

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