Osterkirmes Hann. Münden: Musikexpress lockt Besucher an

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Osterkirmes auf dem Tanzwerder: Die Zwillinge Luca und Lucia (vorne) aus Hann. Münden genossen die Fahrt im Musikexpress genauso wie Florian und Yannick aus Einbeck. Sie waren auf Exkursion des Fachwerk-Fünfecks während eines Stadtrundgangs zufällig auf die Osterkirmes gestoßen.

Hann. Münden. Blinkende Lichter und fetzige Charthits auf dem Tanzwerder zur Osterzeit - dieses Bild gehört schon seit Jahrzehnten zu Hann. Münden. Dieser Sonntag ist der letzte Tag der Osterkirmes 2016.

Immer von Ostersamstag an begeistert Familie Welte aus Osnabrück besonders die Jugend mit ihren Fahrgeschäften, mittlerweile in vierter Generation. Angefangen mit der Raupenbahn ist es heute der Musikexpress, der die Fahrgäste anlockt. Kauft man drei Fahrchips für die Bahn, heißt es für zwei Euro Fahrspaß pur: festhalten und bei rasantem Tempo die Haare fliegen lassen.

„Zack die Bohne“

Sarah Welte steuert den Musikexpress und ist genauso gut gelaunt wie die Fahrgäste: „Wer will aussteigen? Na dann. Zack die Bohne, eine Runde legen wir noch drauf.“

Obwohl der Musikexpress ein Anziehungsmagnet ist, könnten die Umsätze besser sein, sagt Sarah Welte. Das Wetter spiele immer eine wichtige Rolle für die Schausteller. Bei Regen kommt kaum ein Besucher. Auch beim Familientag am Mittwoch, an dem die Fahrt für den Musikexpress, den Autoskooter oder das Kinderkarussell nur die Hälfte kosteten, waren die Einnahmen mäßig.

Für die einen ist es Kitsch, für die anderen gehört es zur Osterkirmes dazu: so mancher Besucher schoss eine Rose für die Liebste oder versuchte, Luftballons mit Pfeilen zu treffen.

Höhepunkt der Jahrmarktwoche war das Feuerwerk am Samstagabend. Wenn es bunt am Himmel zischt, ist das nicht nur eine schön anzusehende Farbenpracht. Viele Besucher erinnerten sich vermutlich an eine Zeit zurück, als sie selbst als Kind zwischen doppelt so vielen Buden auf der Osterkirmes umher geschlendert waren und sich hier mit Schulfreunden verabredete.

Durch die abnehmenden Besucherzahlen wurde auch das Angebot der Jahrmarktstände über die Jahre immer kleiner. Süßwarenstandbetreiber Norbert Weiher erinnert sich noch gut 40 Jahre zurück. „Mit meinem Vater haben wir den Anhänger direkt aus der Fabrik geholt und hier in Hann. Münden zur Osterkirmes das erste Mal aufgestellt.“

Mehr Attraktivität

Noch heute geht vom süßen Apfel bis zur Zuckerwatte alles über seinen Tresen, doch wünscht sich Norbert Weiher, dieses Event wieder attraktiver für die Besucher zu gestalten. Er habe das Gefühl, es kämen jedes Jahr weniger Gäste. Das sei in anderen Orten nicht so, sagt auch Sarah Welte, die heute mit ihrem Fuhrpark weiter nach Delmenhorst zieht. (zsk)

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