MS Otrate in Münden mit 186-Tonnen-Fracht für Indien beladen

Der Start: Ein holländisches Kran-Pärchen hievt den 186 Tonnen schweren Dampfüberhitzer der Firma Schmidtsche Schack/Arvos GmbH an der Weserumschlagstelle in Hann. Münden in den Bauch der MS Otrate. Foto: Niesen

Hann. Münden. Das Frachtschiff MS Otrate hat in Münden einen Dampfüberhitzer für eine Koks-Vergasungsanlage in Indien geladen.

„Das war positiver Stress“, freute sich der Kapitän des Frachtschiffes MS Otrate, Helmut Rüffer (57), nach der erfolgreichen Verladeaktion eines 186 Tonnen schweren Dampfüberhitzers. Er ist für die weltweit größte Petrolkoks-Vergasungsanlage in Indien bestimmt und wurde von der Schmidtsche Schack/Arvos GmbH in Kassel gefertigt.

Aus dem sofortigen Ablegen, um sich auf die sechs Tage lange Reise zum Hamburger Überseehafen zu machen, wurde allerdings nichts, weil die Weser nicht genug Wasser führte. Aus dem Eder-stausee war zwar die bestellte Welle gekommen, der Wetterbericht hatte jedoch nicht gestimmt. Statt der vorhergesagten 15 Millimeter waren nur drei Millimeter gefallen. Der Pegelstand lag bei 1,46 Meter und sank beständig.

Abfahrt am Dienstag

„Im Bereich von Hann.Münden ist das Wasser noch hoch genug, wir kommen aber nicht über die Engstelle hinter dem Einfluss der Diemel“, sagte Rüffer, der die Weser wie seine Westentasche kennt. Das bedeutet Warten auf die nächste Welle aus dem Eder-stausee. Rüffer nahm es gelassen. „Das ist die Weser.“ Geplant ist die Abfahrt nun für Dienstag 6 Uhr.

Vorausgegangen war der genau abgestimmte Tanz eines holländischen Kran-Pärchens. Er lief in seiner Choreografie in wenigen Minuten perfekt ab, nachdem die mobilen Kräne vorbereitet und die Haltetaue um den Dampfüberhitzer gelegt waren.

„Wichtig ist, dass jeder Kran ausbalanciert ist, sonst kippt er um.“

„Das ist Routine. Wir machen das jede Woche mehrfach“, sagte Kranführer Kotte Rein. „Wichtig ist, dass jeder Kran ausbalanciert ist, sonst kippt er um.“ Für ihn keine große Sache: „Die Kräne könnten noch mehr als die 186 Tonnen heben.“

Aufpassen mussten die Kranführer vor allem darauf, dass die überdimensionale „Zigarre“ nicht an die große Stützmauer der B 80 stieß und dass sie ohne Rempler zwischen den beiden Kränen hindurch passgenau im Schiffsbauch abgestellt werden konnte. Dafür war allerdings ein zweiter Anlauf notwendig. „Ich musste das Schiff um sechs Zentimeter verholen“, erläutert Helmut Rüffer.

Kran lädt 186-Tonnen-Gerät auf Weserschiff

Dazu wurden die Taue, mit denen das Schiff festgemacht wurde, kurzfristig von den Hafenpollern gelöst, der Dampfüberhitzer hüfthoch angehoben und die Position des Schiffs mit dem Motor geringfügig korrigiert. Bevor die beiden Kranführer den Dampfüberhitzer nach ein paar Augenblicken endgültig abstellten, platzierte ihr Kollege Raymond Staal noch Antirutschmatten unter den Stahlgestellen.

Viele Schaulustige verfolgten die Verladeaktion von der Bundesstraße 80 oberhalb des etwas heruntergekommenen Weserhafens, bei dem die Sträucher schon aus den Mauerritzen wachsen.

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