Premiere im Drei-Flüsse-Theater schlug beim Publikum voll ein

Paradiesische Komik beim „Termin bei Petrus“

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Immer was los an der Himmelspforte: Petrus (rechts, Michael Müller) schaut geduldig, während die Teufelin mit rotem Hut (Silvia Lotze) das große Wort führt. Die Eheleute Hans und Nora Heftig (Ralf Kullmann und Hella Lehmann) sind gerade angekommen.

Hann. Münden. Das Theaterstück „Termin bei Petrus“ aus der Feder von Bernd Kietzke ging im Drei-Flüsse-Theater in Hann. Münden am Wochenende zum ersten Mal über die Bühne. Die Komödie, wunderbar in Szene gesetzt und von den Akteuren gekonnt gespielt, riss das Publikum zu Lachsalven und tosendem Applaus hin.

Heutzutage wird moderner gestorben als früher, beispielsweise beim Bungee-Jumping oder es gerät einer beim Hantieren mit dem Handy unter den Bus. Das stellte Frau Wächter (Martina Schäfer) im Vorzimmer von Petrus fest. Außerdem seien die nach oben gesandten Menschen viel anspruchsvoller geworden. Sie fragen nach dem Wellnessbereich, verlangen „all inclusive“ und Hans Albers darf überall rumlaufen, weil der Chef so gerne den Song „La Paloma“ hört.

Diese und ähnliche Feststellungen, witzige und spritzige Dialoge machten die Premiere der himmlischen Komödie „Termin bei Petrus“ (von Bernd Kietzke), am Freitagabend, aufgeführt vom Drei-Flüsse-Theater, zum großen Erfolg.

Deutlich zu spüren war, dass die Schauspieler Vergnügen in ihren Rollen hatten. Regisseurin Dagmar Niemeyer hat mit der Besetzung der Rollen höchstes Geschick bewiesen.

Diese waren den zehn Schauspielern geradezu auf den Leib geschrieben und mit den Reibereien, gewürzt mit Wortwitz und allerlei Ironie, liefen die Akteure zu Höchstform auf. Teilweise Dialoge zum Schreien und Auslöser für herzliches Gelächter. Als einer der Neuankömmlinge nach „Welan“ fragte, antworteten die Erzengel, dass sie gleich am nächsten Tag jemanden von der Telekom sterben lassen würden. Allerliebst das Ehepaar Heftig mit seinen kleinen Streitigkeiten, wie aus dem Leben gegriffen.

Recht turbulent ging es zu, als die Teufelin mehrmals versuchte, sich unter die Neuankömmlinge im Himmel zu mischen. Raffael Knebel war jedes Mal hin und hergerissen vom Charme der nicht erkannten Teufelin. Die Zusammenarbeit zwischen Himmel und Hölle hatte gelitten, nachdem der Himmel 20 Schwiegermütter gegen eine Jungfrau getauscht hatten. Da waren sich die Männer einig, dass der Teufel nur eine Frau sein kann.

Frau Holle, zuständig für das Wetter und die Neuankömmlinge, arbeitete nicht so wie sie sollte. So hatte sie vergessen, die Pilzvergiftung und den Viagra-Unfall zur Anmeldung zu begleiten.

Doch Frau Holle, bei der nach Meinung von Azubi-Engelchen die Strichelchen auf dem o vergessen wurden, wehrte sich bei jeder Beschuldigung mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik. Und Petrus musste immer wieder die Wogen glätten.

Orts- und Personennamen wurden durch lokale ausgetauscht. So wurden auch die Wolken vom himmlischen Personal schnell mal von Wiershausen nach Hemeln geschoben.

Das Publikum dankte mit heftigem, lang anhaltendem Applaus für einen Abend mit äußerst unterhaltsamer Theaterkunst mit ausgezeichneten Darstellern.Wolfgang Schäfer, Vorsitzender des Theaters, war begeistert und dankte den Akteuren mit Blumen und Worten.

Termine

 Weitere Aufführungstermine im Sparkassen-Kommunikationszentrum (Kirchplatz 5): Freitag, 2. März, 19.30 Uhr Samstag, 3. März, 19.30 Uhr Sonntag, 11. März 17 Uhr Donnerstag, 15. März, 19.30 Uhr Freitag, 23. März, 19.30 Uhr Samstag, 24. März, 19.30 Uhr Freitag, 13. April, 19.30 Uhr Freitag, 27. April, 19.30 Uhr Donnerstag, 3. Mai, 19.30 Uhr Freitag, 4. Mai, 19.30 Uhr Einlass: 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, weitere Aufführungen im Herbst 2018 (Vorverkauf dafür ab März). Karten im Vorverkauf (Preise: 13 und 15 Euro) bei der Buchhandlung Winnemuth, Rosenstraße 17, beim Juwelier Deutsch, Lange Straße 40, oder online unter www.drei-fluesse-theater.de/tickets.

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