Letzter Personenzug vor 40 Jahren

Personenverkehr über Dransfelder Rampe wurde 1980 eingestellt

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Die Bahnstrecke über die Dransfelder Rampe: Unser Foto zeigt die letzte Dampflok auf der stillgelegten Strecke zwischen Göttingen und Hann. Münden über Dransfeld bei Scheden 1974. (Repro)

Vor 40 Jahren, am 31. Mai 1980, wurde der Personenverkehr auf der Bahnstrecke über die „Dransfelder Rampe” zwischen Göttingen und Hann. Münden eingestellt.

Die zweigleisige Hauptbahn war Teil der ältesten Verbindung zwischen Hannover und Frankfurt.

Die sogenannte Hannöversche Südbahn galt als ein entscheidendes Verbindungsstück zwischen dem Süden und dem Norden Deutschlands.

1856 wurde der Streckenabschnitt Göttingen-Dransfeld-Hann. Münden eröffnet. 15 Jahre nach Einstellung des Personenverkehrs wurde die Strecke auch für Güterzüge stillgelegt und die Schienen abgebaut.

„Die damalige Bahndirektion Hannover war besonders stilllegungswütig. Niedersachsen hat überdurchschnittlich viel verloren”, so der Landesvorsitzende Niedersachsen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) Martin Mützel. Nach Ansicht des Verkehrsclubs müsse daher auch besonders viel in Niedersachsen neu oder wieder aufgebaut werden.

Weitere Stilllegungen

Neben der Verbindung zwischen Göttingen und Münden wurden zum Sommerfahrplan 1980 auch die Strecken Elze-Gronau, Walsrode-Visselhövede und Nordenham-Blexen im Personenverkehr aufgegeben. Im Herbst folgte Hameln–Lemgo, die in Nordrhein-Westfalen gelegene Verlängerung nach Bielefeld ist nach wie vor in Betrieb.

Auch die 1996 unterbrochene Verbindung Bremen-Sulingen-Bielefeld ist in Niedersachsen stillgelegt, wird aber südlich der Landesgrenze heute im Stundentakt bedient. An die Strecke über die Dransfelder Rampe erinnern noch heute einige Überreste in der Region, darunter der über 325 Meter lange Volkmarshäuser Tunnel, der zwischen 1852 und 1855 erbaut wurde.

Auch die rund 110 Meter lange Werratalbrücke Münden existiert noch als Stahlskelett, gut sichtbar für alle, die von Hedemünden über die Bundesstraße 80 nach Hann. Münden fahren.

Einige Abschnitte der einstigen Verbindung zwischen Göttingen und Dransfeld sowie zwischen Wellersen und Scheden wurden zu einem Radweg umgebaut.

Viele Stellen der ehemaligen Trasse sind mittlerweile von Buschwerk überwuchert. Der Bahnverkehr zwischen Göttingen und Hann. Münden läuft heute über Teile der Halle-Casseler-Bahn über Eichenberg.

Dadurch können Züge das Steilstück, die sogenannte „Dransfelder Rampe“, umfahren, auf der wegen der Steigung, Fernzüge von zwei oder sogar von drei Lokomotiven gezogen werden mussten.

Zudem wurde die Werratalstrecke über Eichenberg 1964 elektrifiziert, während die Südbahn zwischen Göttingen und Münden nach dem Zweiten Weltkrieg auf vielen Teilabschnitten nur noch eingleisig befahren werden konnte. Bis zu ihrem Ende verkam die „Dransfelder Rampe“ damit zur Nebenbahn.

Hohe Steigung vor Dransfeld

Im Streckenabschnitt Göttingen-Hann. Münden musste die Hannöversche Südbahn ein beachtliches Steilstück überwinden: Von 152 Meter über Normalnull in Groß Ellershausen bei Göttingen stieg die Strecke bis auf 307 Meter über Normalnull bis kurz vor Dransfeld an. Ab der B3 wies das steilste Teilstück der Bahnstrecke eine Steigung von 16 Promille auf. Hauptbahnen mit einer Steigung von mehr als 25 Promille gelten in Deutschland als Steilstrecke.

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