Pflegerin schaltete Aufsicht ein

Hygienemängel im Haus der Heimat: Bewohner erlitt Hautschäden 

Hedemünden. Fehlende Stomaplatten waren nach Informationen unserer Zeitung ausschlaggebend dafür, dass ein Bewohner des Pflegeheims Haus der Heimat in Hedemünden, der einen künstlichen Darmausgang hat, mit Hautschäden vorgefunden wurde.

Die Heimaufsicht des Landkreises Göttingen erhielt am Montag, 27. März, einen Hinweis auf diesen hygienischen Mangel bei der Pflege, das bestätigte auf Nachfrage der HNA der Pressesprecher des Landkreises, Ulrich Lottmann.

Wie die HNA aus zuverlässiger Quelle erfuhr, hatte eine Mitarbeiterin des Pflegeheims, eine Pflegefachkraft, die Heimaufsicht informiert, nachdem sie den Bewohner versorgen wollte und die Schädigung des Hautgewebes entdeckte.

Die Pflegerin dokumentierte dies auch mit Fotos, die sie der Heimaufsicht weiterleitete. Ihre Information schickte die Mitarbeiterin auch an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.

Landkreis-Sprecher Lottmann sagte, sofort nach Erhalt der Information, also noch am Montagmorgen, habe die Heimaufsicht mit der Pflegedienstleitung der Einrichtung telefoniert. Die Pflegedienstleitung habe mitgeteilt, dass wieder Stomaplatten vorlägen und der Bewohner damit versorgt worden sei. Für die Heimaufsicht sei mit dieser Auskunft das Thema erledigt gewesen.

Pressesprecher Lottmann wies darauf hin, dass die Heimaufsicht vor dem Hintergrund des laufenden Insolvenzverfahrens intensiv kontrolliere, ob die medizinische Versorgung der Bewohner gesichert ist.

Hautschäden durch mangelnde Hygiene

Nach Informationen der HNA hatte die Mitarbeiterin den Bewohner aufgesucht und festgestellt, dass die offenbar seit Tagen nicht gewechselte Stomaplatte mit Stuhl unterlaufen und mit einem Pflaster notdürftig befestigt war. Durch mangelnde Hygiene und unsachgemäße Versorgung sei die Haut des Mannes stark beschädigt gewesen. Auf Befragen soll eine Kollegin der Mitarbeiterin gesagt haben, es sei der dritte Tag, dass keine Stomaplatten mehr da sind.

Um dem Bewohner schnell zu helfen, habe die Mitarbeiterin einen ihr bekannten Pflegedienst angerufen und gefragt, ob sie leihweise Stomaplatten bekommen könnte.

Der Pflegedienst habe aushelfen wollen, das sei aber nicht mehr notwendig gewesen, da am Morgen des 27. März ein Paket mit Stomaplatten in der Verwaltung des Pflegeheims gelegen habe.

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