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Philosophenweg in Hann. Münden: Anwohner wollen gehört werden

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Von: Thomas Schlenz

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Philosophenweg in Hann. Münden. Mit grellgelben Plakaten fordern Anwohner ein Stopp der Straßenausbaubeiträge.
„Stop“ mit erhobener Hand: Zahlreiche Plakate der Bürgerinitiative zeigen am Philosophenweg am Mündener Bahnhof den Unmut der Anwohner über Straßenausbaubeiträge. (Archiv) © Jens Döll

Philosophenweg Hann. Münden: Transparenz beim Straßenausbau von den Anwohnern gefordert. Sie wollen mitgestalten, heißt es. Zudem wird eine kostengünstigere Lösung gefordert.

Hann. Münden – Die Sprecher der Bürgerinitiative gegen Straßenausbaubeiträge im Hann. Mündener Philosophenweg wünschen sich mehr Einblick in die Planungen des Ausbaus. „Wir wünschen uns mehr transparente und ehrliche Gespräche mit der Verwaltung“, sagt Frank Bebenroth.

Hann. Münden: Anwohner im Philosophenweg wollen Gehör

Außerdem fordert die Initiative eine Offenlegung der Planungsunterlagen, um gemeinsam mit der Stadt eine kostengünstigere Lösung für den Straßenausbau im Philosophenweg zu finden. „Wir zweifeln an, ob die Straße wirklich so großzügig ausgebaut werden muss, mit beispielsweise einer Auslegung für 40 Tonnen“, so Bebenroth.

Es habe im Laufe der Jahre Gutachten dazu gegeben, die sich widersprächen. In Politik und Öffentlichkeit seien die Forderungen der Anwohner teilweise missverstanden worden: „Wir möchten mitgestalten“, sagt Federico Russo. Man wolle nicht als Verhinderer, sondern als Partner wahrgenommen werden, um mit der Stadtverwaltung eine Lösung für das Problem zu finden.

Leider würden die Anwohner seit mehreren Jahren mit klaren Aussagen von der Politik hingehalten, so Raoul van Dorssen. Nach wie vor halten die Mitglieder der Initiative die Abschaffung der Beiträge und eine vollständige Übernahme durch das Land für die beste Lösung. Durch die Beiträge der Bürger verbessere sich die Finanzsituation de Stadt Hann. Münden nicht, so Bebenroth.

Anwohner: Kosten von bis zu 200 000 Euro seien realistisch

„Egal, wie das ausgeht, die Stadt wird ohnehin einen großen Anteil zahlen“, gibt er zu bedenken. Wenn die Beitragsbescheide am Ende dann noch vor Gericht landeten, weil Anlieger klagten, werde es für die Stadt und damit den Steuerzahler noch teurer, sind sich die Mitglieder der Initiative sicher. Wegen der Straßenausbaubeiträge fehle voraussichtlich vielen Eigentümern das Geld, um ihre Häuser energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu käme die aktuell hohe Inflation, die die Bürger derzeit ohnehin stark belaste.

Im Gegensatz zu den Erklärungen von Politik und Verwaltung halten die Mitglieder der Initiative Beiträge in Höhe von bis zu 200 000 Euro für nicht unrealistisch: Er gehe von umlagefähigen Kosten in Höhe von 7,139 Millionen Euro aus, bei 37 Anwohnern und einem Anteil von 75 Prozent mache das 145 000 Euro pro Anwohner, dazu kämen zum Beispiel Baukostensteigerungen und Straßenbeleuchtung, rechnet Russo vor. (Thomas Schlenz)

Teure Pläne

Der Philosophenweg in Münden soll ausgebaut werden. Dabei sollen laut Verwaltung Kanal und Straße erneuert werden, auf 650 Metern Länge müsse wegen des Hangs ein Stützbauwerk errichtet werden. Insgesamt geht die Stadt von Kosten in Höhe von 10 Millionen Euro aus. Die umlagefähigen Kosten beliefen sich auf rund 7,6 Millionen Euro. Darin enthalten seien die Straßensanierung, das Stützbauwerk und eine Kostenbeteiligung für den Mischwasserkanal. 

Vor Kurzem besuchte Ministerpräsident Stephan Weil Hann. Münden, um sich über das Problem mit dem Philosophenweg zu informieren.

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