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Plattform Kulturis soll gemeinsame Kulturregion Südniedersachsen stärken

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Von: Jens Döll

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Das Theater der Nacht in Northeim
Das Theater der Nacht in Northeim gehört zu den Kultureinrichtungen, die auch bei Kulturis gelistet sind. © Olaf Weiss

Südniedersachsen mit den Landkreisen Göttingen, Northeim und Holzminden als gemeinamen Kulturraum wahrnehmen. Das ist Ziel der Plattform Kultuis vom Landschaftsverband Südniedersachsen.

Südniedersachsen – Südniedersachsen als geschlossene Kulturregion wahrnahmen und das vielfältige Angebot sichtbar machen. Das ist das Ziel der Macher der Plattform Kulturis. Mit dieser soll im Internet das kulturelle Angebot in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Holzminden sowie in den Städten Seesen, Clausthal-Zellerfeld und Alfeld (Leine) verknüpft und sichtbar gemacht werden.

Internetplattform bietet Überblick über Kunst- und Kultur

Dazu läuft im Hintergrund gerade die Entwicklung, verrät der Projektleiter Moritz Steinhauer vom Landschaftsverband Südniedersachsen. Im Frühjahr vergangenen Jahres war man bereits mit einem „Sofa Festival“ an den Start gegangen, Kunstschaffende streamten ihre Auftritte.

Von Mai bis September wurde die zweistufige Ausschreibung vorbereitet, ab September starteten die Entwicklungsarbeiten, so Steinhauer. Es wird nämlich externe Hilfe für den Aufbau benötigt. „Wir kannten den Markt nicht“, so Steinhauer. Zentrale Frage war: Was soll Kulturis können? Zudem war es wichtig, dass sich die Grundstruktur der Plattform für andere Landschaften, Kreise, Träger und Organisationen adaptieren lässt. Durchsetzen in den zwei Runden konnte sich die Berliner Agentur Cowain, die auch schon Aufträge für das Land Nordrhein-Westfalen umgesetzt hat.

Agentur aus Berlin entwickelt die Software-Lösung

Laut Steinhauer haben sie Erfahrung mit dem Entwickeln von „Open-Source-Lösungen“. Das heißt, Computer-Software, die jeder nach Belieben studieren, benutzen, verändern und kopieren darf.

Das Team von Cowain war vor kurzem in der Region, um Südniedersachsen kennenzulernen. „Es gibt sogar bereits einen Interessenten für die Plattform: Das Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt“, verrät Steinhauer. Ab April soll eine vorläufige Version veröffentlicht werden, eine sogenannte „Public Beta“. Ab Herbst soll es eine „Community-Funktion“ geben, die Vorschläge an die Nutzer generiert und interaktiv ist. Im Atlas auf der Seite werden Kulturveranstalter (also wie zum Beispiel Kreuzberg on KulTour), -institutionen und Künstler präsentiert, die Veranstaltungen sind im Kalender zu finden.„Wir wollen größer denken“, so Steinhauer. Zudem soll eine Datenbank für Veranstaltungsorte im Raum Südniedersachsen angelegt werden, die Künstler und Veranstalter zusammenbringe. Darin sollen zum Beispiel auch die Kirchen aufgelistet werden.

Wichtig ist auch, dass Termine automatisiert in den Kalender eingetragen werden und der Kalender den Nutzern auch Vorschläge unterbreitet.

Kulturis will interaktive Inhalte für Nutzer bieten

Das alles kostet Geld, das Budget für Kulturis wurde aufgestockt, auf 600 000 Euro. Ab Ende 2023 soll sich das Projekt aber selbst tragen. Geplant sei, auch Abos anzubieten. Steinhauer spricht von einem dreistufigen System: Es wird kostenfreie Infos, ohne dass der Nutzer ein Profil anlegen muss, geben. Dann ein Bereich, der Inhalte für eingeloggte Nutzer bereithält. „Die Infos für eingeloggte Nutzer betreffen vor allem die individuellen Empfehlungen und die Community-Funktionen. Wir achten streng auf den Datenschutz“.

Und zuletzt eine „Club-Mitgliedschaft“, die Geld kostet. Diese beinhaltet dann den Zugriff auf alle Magazininhalte und den Kulturis-Bonus, die digitale Fortführung des Gutscheinhefts Kulturbonus, so Steinhauer. In der Planung ist auch ein Magazin, dass Vorberichte, Berichte und Hintergründe zu Kulturveranstaltungen bereitstellen soll. „Das ist als Ergänzung zu den Tageszeitungen erdacht“, so Steinhauer. Ein Redaktionsteam sei aufgestellt, allerdings habe die Pandemie immer wieder die Treffen verzögert. „Es geht uns um die Sichtbarmachung, das gute Programm machen die Künstler selbst“, sagt Steinhauer zu der Vision. (Jens Döll)

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