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Podiumsdiskussion: Landtagskandidaten stellen sich Fragen von Berufsschülern

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Von: Michael Caspar

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Podiumsdiskussion in den Berufsbildenden Schulen: Selina Büyükata (von links), Iwan Krivov, Michael Lühmann, Gerd Hujahn, Christian Frölich und Leon Mangal.
Podiumsdiskussion in den Berufsbildenden Schulen: Selina Büyükata (von links), Iwan Krivov, Michael Lühmann, Gerd Hujahn, Christian Frölich und Leon Mangal. © MICHAEL CASPAR

An den Berufsbildenden Schulen Münden haben vier Landtagskandidaten den Schülern Rede und Antwort gestanden. Themen waren die Rente, Cannabis-Konsum und Zukunftsängste.

Hann. Münden – Haben sie schon mal gekifft? Was tun sie für Erzieherinnen? Ist unsere Rente sicher? Den Fragen von 70 Schülern der Berufsbildenden Schulen Münden haben sich vor der Landtagswahl am Sonntag, 9. Oktober, vier Bewerber gestellt.

Es könne schon sein, dass er mal „eine Brokkoli-ähnliche Substanz“ probiert habe, deutete Iwan Krivov (FDP) bei der Podiumsdiskussion an, die von den Schülern Selina Büyükata und Leon Magal moderiert wurde. Der 18-jährige Landtagskandidat bekannte zudem, dass er aufgrund häufiger Klassenverweise den Flur seiner Schule besser kenne als das Klassenzimmer.

Auch Michael Lühmann (Grüne) wollte einen Hanf-Konsum nicht ausschließen. Wie Krivov habe er während seiner Schulzeit oft Probleme mit den Lehrern gehabt. In der DDR sei er mit seinen politischen Überzeugungen immer wieder angeeckt. Gerd Hujahn (SPD) räumte ein, es schriftlich zu haben, dass er einmal 20 Kilometer schneller als erlaubt gefahren sei. Hujahn war, bevor er 2017 in den Landtag gewählt wurde, 39 Jahre lang als Polizist tätig.

Alle Kandidaten warnen vor unsicherer Rente

Für eine duale Ausbildung bei den Erzieherinnen und eine bessere Bezahlung sprach sich Christian Frölich (CDU, Wahlkreis Duderstadt) aus. Wenn Erzieherinnen vom ersten Tag an Geld verdienten, ließen sich offene Stellen schnell besetzen, zeigte er sich zuversichtlich. Eltern könnten dann wieder ihren Jobs nachgehen.

Die über Umlagen finanzierte Rente sei nicht sicher, warnten alle vier Kandidaten. Freidemokrat Krivov mahnte die Anwesenden zur privaten Altersvorsorge. Bereits in der Schule sollten junge Menschen etwas über Geldanlage etwa in Aktien lernen. Für höhere Löhne machte sich der Grüne Lühmann stark. Der große Niedriglohnsektor in Deutschland sei ein Skandal. Wenn der Staat nicht handele, würden demnächst wie in den USA 80-jährige Supermarkt-Mitarbeitende Kunden den Einkauf zum Auto tragen. Für einen Ausbau der betrieblichen Altersversorgung und staatliche Zuschüsse in die Rentenkassen sprach sich Christdemokrat Frölich aus.

Zukunftsangst unbegründet

Für Zukunftsangst gebe es keinen Anlass, waren sich die vier Kandidaten einig. Der immer größere Fachkräftemangel biete jungen Menschen Chancen, von denen seine „Generation Praktikum“ geträumt habe, erklärte der Grüne Lühmann. Das Handwerk habe „goldenen Boden“, warb Bauunternehmer Frölich, der auch Kreishandwerksmeister ist. Mit der anstehenden „Transformation der Wirtschaft“ entständen ganz neue Berufe, erklärte Sozialdemokrat Hujahn.

Vor einer Welle an Firmenpleiten aufgrund rasant steigender Strom- und Gaspreise warnte Christdemokrat Frölich. Um Markt „mit Strom zu fluten“, müssten die Atomkraftwerke länger laufen. Der Grüne Lühmann bezeichnete das als „Ablenkmanöver“. CDU, SPD und FDP hätten 16 Jahre lang auf billiges Gas aus Russland gesetzt. CDU und FDP hätten mit der Streichung von Fördermitteln für die Solarenergie, seinerzeit deutsche Hersteller von Solarmodulen „kaputt gemacht“, erinnerte Sozialdemokrat Hujahn. Nun träfen die steigenden Preise die „Mitte der Gesellschaft“ hart.

Alle vier Kandidaten forderten die mehr als 18 Jahre alten Schüler auf, unbedingt zur Wahl zu gehen. „Es geht um eure Zukunft“, sagte Freidemokrat Krivov. „Wer nicht wählt, darf auch nicht meckern“, erklärte Sozialdemokrat Hujahn.

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