Einträge aus Telefonbuch löschen

Polizei im Raum Göttingen: Betrügern die Daten nehmen

Symbolbild Telefonbetrug
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Falsche Polizeibeamten rufen verstärkt Senioren an, um sie um ihre Ersparnisse zu bringen. Daher rät die Politei in Göttingen nun, den Eintrag im Telefonbuch zu löschen. (Symbolbild)

Die Polizei Göttingen bietet Löschservice für das Telefonbuch an. So soll das Werk von Telefonbetrügern erschwert werden. Die Löschung kann via Formular oder im Internet beantragt werden.

Landkreis Göttingen – Um Telefonbetrügern einen Schritt voraus zu sein, bietet die Polizeiinspektion (PI) Göttingen einen neuen Service an. Dieser, so berichtet Polizeisprecher André Sikulski, richte sich an Seniorinnen und Senioren. Sie werden oft von Betrügern ins Visier genommen. Die Polizei bietet ihnen an, durch Änderungs- oder Löschungsanträge ihre Vornamen in Telefonverzeichnissen abzukürzen oder gleich den gesamten Telefonbucheintrag löschen zu lassen.

Landkreis Göttingen: Polizei bietet Aktion gegen Betrüger an

Hintergrund sei, so die Polizei, dass in den meisten Fällen die Tatverdächtigen aus dem Ausland auf die Daten in den einschlägigen Telefonverzeichnissen zugreifen. Dort haben sie es auf alte deutsche Vornamen und sehr kurze Telefonnummern abgesehen, die Rückschlüsse auf lebensältere Mitbürgerinnen und Mitbürgern als Anschlussinhaber zulassen.

„In der Regel haben Freunde und Angehörige ohnehin die entsprechenden Telefonnummern in ihren Telefonen eingespeichert oder anderweitig notiert“, so Mark Otte vom Präventionsteam der PI Göttingen in einer Mitteilung der Polizei.

Diese Daten müssten unbedingt raus aus den öffentlichen Telefonverzeichnissen, um den Betrügern ihre „Datenbank“ zu entziehen. Auch Wohnanschriften sollten dringend aus dem Telefonbuch gelöscht werden, so Otte weiter. Der Antrag kann über Formulare gestellt werden. Diese werden dann an die DTM Deutsche Telemedien weitergegeben. „Natürlich ist es auch möglich, den Antrag selbst direkt per E-Mail oder auf dem Postweg an die DTM zu senden, die für die Einträge in den Verzeichnissen „Das Telefonbuch“, „Das Örtliche“ und „gelbe Seiten“ zuständig ist“, heißt es von der Polizei.

Raum Hann. Münden: Immer wieder Opfer von Telefonbetrügern

„Sollten wir damit nur eine Tat verhindern, hat sich die Arbeit schon gelohnt“, so Otte. Die Formulare sollen im Rahmen von Präventionsaktionen, Vorträgen oder Infoständen angeboten werden und können gleich vor Ort innerhalb kürzester Zeit ausgefüllt werden. Darüber hinaus werden sie auf den Dienststellen hinterlegt. Auch im Internet sind sie abrufbar. (Jens Döll)

Immer wieder Opfer

Um die Menschen über die Maschen der Telefonbetrüger aufzuklären, bietet die Polizei in Göttingen ein breites Programm an. Wie die Beamten mitteilen, geschieht dies über Vorträgen, Rollups und Plakaten in Banken, Geldausgabekuverts und Warnaufklebern in Taxis sowie der speziellen „Ermittlungsgruppe SäM Südniedersachsen“. Trotz der Warnungen komme es immer wieder zu Vorfällen mit in der Regel fünfstelligen Schadenssummen. 

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