Umfrage: Polizei will das Dunkelfeld der Kriminalität erhellen

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Wohnungseinbruch: Möglicherweise wird nicht jeder Einbruch von den Opfern bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Mit einer landesweiten Befragung, an der auch Einwohner aus Hann. Münden und Göttingen teilnehmen, will das Landeskriminalamt dem Dunkelfeld der Kriminalität nachgehen. 

Hann.Münden. Das Landeskriminalamt befragt 40.000 Menschen in 80 Kommunen zum Dunkelfeld der Kriminalität. Hintergrund: Nicht jede Straftat wird zur Anzeige gebracht.

Die Kriminologische Forschungsstelle des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen startet im März eine weitere Befragung zum Dunkelfeld der Kriminalität in Niedersachsen. Mit dieser Erhebung machte sich das LKA bereits mit einer ersten und zweiten Befragung im März 2013 und Februar 2015 auf den Weg, um Informationen über die nicht zur Anzeige gebrachte Kriminalitätslage in Niedersachsen zu erhalten.

Das LKA schreibt im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 40 000 Bürgerinnen und Bürger über 16 Jahre in rund 80 Kommunen zweimal per Post an. Darunter sind im Landkreis Göttingen auch Einwohner der Städte Hann. Münden, Göttingen und Bad Sachsa.

Zuerst erhalten die Bürger allgemeine Grundinformationen, im zweiten Schritt folgt die wissenschaftliche Erhebung anhand eines zwanzigseitigen Fragebogens. Dieser bezieht sich auf folgende Themenkomplexe: Lebenssituation, Erfahrungen mit Kriminalität in der Rückschau auf 2016, Anzeigeverhalten, Kriminalitätsfurcht, Wahrnehmung und Bewertung der Polizeiarbeit sowie Erfahrungen speziell mit Hasskriminalität/vorurteilsmotivierter Kriminalität.

Selbstverständlich werde auch diese Befragung anonym und die Teilnahme freiwilligsein, teilt das LKA mit. Wissenschaftliche wie technische Unterstützung findet das LKA durch das Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) und das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (GESIS) in Mannheim. Die Erkenntnisse dieser Studie ergänzen die Polizeiliche Kriminalstatistik. Um auch weiterhin aktuelle Entwicklungen des Kriminalitätsgeschehens aus Sicht der Bevölkerung zu erkennen, schließt sich diese landesweite Befragung an.

Dazu Innenminister Boris Pistorius: „Wie erleben die Menschen in unserem Land die tägliche Arbeit der Polizei, welche Bedürfnisse haben sie vielleicht erst innerhalb der vergangenen Jahre unter dem Eindruck einer veränderten Sicherheitslage entwickelt und wie hat sich die Angst vor Kriminalität verändert? Erkenntnisse über solche und andere Fragen aus den bisherigen beiden Dunkelfeldstudien sind wichtige Impulse für eine an aktuelle Bedürfnisse der Menschen in Niedersachsen orientierte Arbeit der Sicherheitsbehörden.“

Auf diese Erkenntnisse könne eine moderne Polizei nicht verzichten, deshalb freue er sich, so der Minister, über jede Bürgerin und jeden Bürger, „die dazu bereit sind, uns mit dem Ausfüllen und Zurücksenden der Fragebögen wertvolle Hinweise für unsere Arbeit zu geben.“

Teilnahme freiwillig

Selbstverständlich werde die Befragung anonym und die Teilnahme freiwillig sein. Für Rückfragen hat das LKA eine Hotline eingerichtet (Tel.: 0511-26262-6565). Weitere Informationen im Internet unter: www.lka.niedersachsen.de. (kri)

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